Gesundheit geht vor – auch im Job?

Die vergangene Arbeitswoche war ziemlich stressig. Die kommende wird es vermutlich auch noch. Dann kann ich mir die Arbeit hoffentlich wieder etwas besser einteilen und etwas weniger stressige Aufgaben bearbeiten, bevor ich die Schmerzgrenze erreiche.
Zur Zeit bin ich mit einer komplexe Programmierung beschäftigt. Die ist die Voraussetzung dafür, dass ich vernünftig weiter machen kann: Sprich, dass ich nicht ständig weitere komplexere Aufgaben zurückstellen muss, so wie ich das in den letzten Wochen gemacht habe. Ich habe das alte Jahr ruhig ausklingen lassen und lasse es auch im neuen Jahr erst mal etwas ruhiger angehen: Ich erledige Routine-Arbeiten halte auch brav meine Bildschirmpausen ein.
Es geht mir gesundheitlich noch ganz gut und ich kann auch relativ gut von der Arbeit abschalten.

Mit Mitte 30 die HWS eines 60-70-Jährigen…

Letzte Woche fange ich endlich mit den schwierigeren Aufgaben an.
Und schon geht es wieder mit den gesundheitlichen Problemen los:
Ich habe von Geburt an eine starke Rückgratverkrümmung und leide seit über 20 Jahren an einem chronischen HWS-Syndrom. Die ersten Probleme treten bereits mit 29 auf, also vor
25 Jahren. Mit Mitte 30 habe ich zwei Bandscheibenvorfälle in der HWS. In der Reha bin die zweitjüngste Patientin mit Rückenbeschwerden und die einzige mit Problemen in der Halswirbelsäule.

Das hat sich seitdem sicher geändert. Ich bin mit 23 zum ersten Mal am PC gesessen.
Die nachfolgenden Generationen wachsen mit PC und anderen elektronischen Medien
auf und entwickeln schon in sehr jungen Jahren den sprichwörtlichen „Handy-Nacken“.
Also war ich mit meinen Beschwerden gewissermaßen meiner Zeit voraus.

Der Orthopäde, der meine Kernspin-Aufnahmen begutachtet, lässt sich von der starken Abnutzung meiner Halswirbel zu einem trockenen Kommentar hinreißen:
„Meine Wirbelsäule würde eher zu einem 60-70-jährigen passen als zu jemandem mit
Mitte 30“, meint er. Diesen Spruch kann er mittlerweile sicher öfter ablassen.
Ich habe nach der Reha den Arzt gewechselt.

Klassische Berufskrankheit

Den Beruf kann ich nicht wechseln, obwohl mir klar ist, dass mein IT-Job meine Beschwerden  schlimmer macht. Das HWS-Syndrom ist eine klassische Berufskrankheit bei PC-Berufen. Aufregung oder Stress macht das Ganze grundsätzlich schlimmer.

Bis Dienstag wird das Ziehen im oberen Rücken zu Hause schnell besser und spricht gut auf Wärme an. Ab Mittwoch tun meine Bandscheibenvorfälle wieder richtig weh. Am Donnerstag helfen auch keine Kirschkernkissen mehr.

Also lege ich am Freitag gleich am Morgen ein ThermaCare-Wärmepflaster auf.
Das scheint tatsächlich zu helfen – bis das erste Programmier-Problem auftritt.
Schon sind die Schmerzen wieder da: Mit voller Wucht.
Als ich das Problem gelöst habe, entspannt sich meine Nackenmuskulatur wieder
und die Schmerzen gehen weg. Bis zum nächsten Problem.
Aber es hilft nichts: Da muss ich jetzt durch. Also Zähne zusammen beißen und weiter arbeiten. Gegen 11 Uhr habe ich den Fehler gefunden. Na bitte, geht doch! Ich atme erleichtert auf.

Die Programmierung ist zwar noch nicht ganz fertig, aber der Rest kann warten bis nächste Woche. In einer halben Stunde kann ich ins Wochenende starten und meiner angeschlagenen HWS eine dringend nötige PC-Pause gönnen. Eigentlich habe ich mir fürs Wochenende einiges vorgenommen, auch am PC. Aber das kann auch warten. Gesundheit geht vor. Ganz klar.

Ich kann wieder nicht von der Arbeit abschalten

Auf dem Heimweg fällt mir eine potentielle Lösung für den Teil ein, den ich nicht mehr geschafft habe. Ich verfolge den Gedanken weiter, während ich in die Pedale trete und schreibe es zu Hause gleich  auf.

Jetzt könnte ich eigentlich ins wohl verdiente und vor allem dringend benötigte Wochenende starten. Aber die Gedanken an die Arbeit lassen mich  nicht los.

Früher war das ein Dauerproblem bei mir: Dass ich einfach nicht abschalten konnte. Auch nicht am Wochenende. Ich habe sogar schon an Weihnachten fachliche Probleme für die Arbeit gelöst. Oft habe ich Dateien nach Hause gemailt und daheim daran weiter gearbeitet, bis ich eine Lösung gefunden habe.

Steuere ich schon wieder auf eine Überlastungsreaktion zu?

Heute mache ich das nicht. Ich kann mich beherrschen. Meine schmerzende Halswirbelsäule macht es mir leichter. Außerdem bin ich stehend k.o. und habe das Gefühl, dass ich schon wieder auf eine Überlastungsreaktion zusteuere. Wie schon so oft. Das geht jetzt gar nicht. Ich war fast neun Monate wegen meiner Zwangsstörung krank geschrieben und bin erst seit einem halben Jahr an der neuen Stelle, die extra für mich eingerichtet wurde. Genau gesagt wurde meine alte Stelle in eine andere Abteilung verlegt, für die ich in früheren Jahren schon viel gearbeitet habe. Warum ich so lange krank war, weiß da angeblich keiner. Dass ich schon öfter Rückenprobleme hatte, ist schon bekannt. Da befinde ich mich in bester Gesellschaft. Aber ich will nicht schon wieder krank geschrieben werden…

Eine kleine Auszeit im Café tut gut

Am Nachmittag gehen wir in ein Café, zum ersten Mal in diesem Jahr. Ich muss einfach raus, unter Leute, mich ablenken. Ich rede immer noch sehr viel über mein Programmierproblem.
Aber durch den Ortswechsel gewinne ich ein wenig Abstand. Die Erschöpfung fällt von mir ab. Die ansprechende Umgebung, die fröhlich plaudernden Menschen um mich herum, dazu ein großer Cappuccino und ein Stück Himbeerkuchen…

Endlich Wochenende ! Es geht doch nichts über ein wenig Selbstfürsorge!

Neue Lösungsansätze in der Nacht und beim Zähneputzen

Am Samstag wache ich mitten in der Nacht mit einer weiteren Idee für mein Programmier-Problem auf. Mir fällt öfter etwas buchstäblich im Schlaf ein. Ich kann wieder einschlafen.
Das ist keineswegs selbstverständlich bei mir. Ich habe schon Nächte lang über fachliche Probleme gegrübelt oder bin mitten in der Nacht aufgestanden und habe ganze Konzepte ausgearbeitet. Heute komme ich wieder zur Ruhe.

Beim Zähneputzen fällt mir wieder etwas ein. Ich hole Papier und Bleistift und schreibe alles ganz genau auf. In der Mathematik und auch in der Programmierung spricht man von Algorithmus. Wirklich strukturiert sind meine Notizen nicht. Ich muss nachträglich etwas einfügen und die Nummerierung anpassen.

Am liebsten würde ich die neuen Lösungsansätze sofort ausprobieren

Am liebsten würde ich meine Erkenntnisse sofort sauber am PC tippen und ins Büro mailen.
Am allerliebsten würde ich das ganze eigentlich sofort ausprobieren. Aber dann würde ich
wieder den halben Samstag am PC sitzen und meine HWS-Beschwerden wären wieder da.
Jetzt wo sie endlich weg sind, weil Wochenende ist.

Also mache ich das einzig Sinnvolle: Ich lege meine Notizen auf meine Bürotasche, zu den Notizen vom Vortag. Dann erledige ich ein wenig Hausarbeit, die ich eigentlich am Nachmittag machen wollte, bis ich mit meinem meinem Mann auf den Markt zum Einkaufen gehen kann. Anschließend backe ich einen kleinen Apfelkuchen her. Das hatte ich eigentlich nicht vor, aber meine Mann meint, dass die Äpfel langsam etwas schrumpelig werden. Ich habe den Wink verstanden…

Nerven-Nahrung

Mein neuer Chef hat mir zum Nikolaus zwei Pralinen geschenkt. Das ist Tradition, meint er,
und „Nerven-Nahrung“. Die kann ich brauchen.

Natürlich löst Schokolade keine Programmierprobleme. Und auch keine anderen Probleme.
Aber so eine kleine „Belohnung“ oder eine kleine Stärkung hat auch etwas mit Selbstfürsorge zu tun. Und die ist ganz wichtig – besonders dann, wenn es mal wieder besonders stressig ist und alles andere wichtiger zu sein scheint als das eigene Wohlbefinden.

Deshalb verbringe ich am Wochenende relativ wenig Zeit am PC und höre sofort auf,
sobald ich das erste Signal von meinem Körper bekomme. In der Arbeit geht das nicht so leicht. Trotzdem sollte – oder müsste – ich mich auch im Beruf ein wenig zurücknehmen, wenn mein Körper wieder deutliche Schmerzsignale sendet.

Gesundheit ist das Wichtigste im Leben. Gesundheit ist nicht alles, aber ohne sie ist alles nichts.

Lieber scheitern als aufgeben

„Wenn du bemerkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab !“

Als ich dieses indianische Sprichwort zum ersten Mal lese, reite ich schon seit Jahren ein totes Pferd und ich reite es noch ein paar Jahre weiter, bis ich endlich absteige bzw. aussteige aus einem Projekt, das mich viel Zeit, Energie und auch Geld kostet.

Warum fällt Aufgeben so schwer ?

Menschen, die es gut mir mir meinen, raten mir schon lange, dass ich mein Projekt aufgeben soll, das mich doch „nur runter zieht“. Aber ich bleibe im Sattel und versuche weiterhin ebenso verzweifelt wie vergeblich, ein Hobby zum Beruf zu machen, um aus meinem ungeliebten Job raus zu kommen.

Anstatt abzusteigen (bzw. auszusteigen), versuche mit allen Mitteln, mein totes Pferd wiederzubeleben. Ich kann ewig nicht glauben, dass mein Pferd tatsächlich tot ist.
Ich schaue auch, wie andere mit toten Pferden umgehen: Die meisten bleiben im Sattel
und laufen sich selbst tot.

Irgendwann muss ich erkennen, dass ich auf das falsche Pferd gesetzt habe und verabschiede mich endlich von der Vorstellung, mich beruflich selbständig zu machen. Nach fünf Jahren steige ich von einem Pferd ab, das schon seit vier Jahren tot ist.

Was habe ich von dem toten Pferd gelernt ?

Ehrlich gesagt: Scheinbar gar nichts. Ich setze immer noch auf die falschen Pferde und bleibe tapfer im Sattel, wenn ich sie schon längst tot geritten habe. Damit bin ich nicht die einzige.
Das nennt man „Durchhaltevermögen“. Zweifelsohne eine meiner positiven Eigenschaften,
die auch mein Arbeitgeber sehr zu schätzen weiß.

Ich persönlich würde mir wünschen, dass ich leichter aufgeben könnte. Das würde in meinem Leben vieles leichter machen. Aber Aufgeben ist halt einfach nicht mein Ding. Also werde ich mich auch in Zukunft noch öfter in diversen Projekten vergallopieren und viel Zeit und Energie in tote Pferde investieren.

Scheitern ist besser, als es nicht versucht zu haben

Aber ich sehe es positiv. Ich habe nie bereut, dass ich Anfang der 2000er Jahre versucht habe, mein Leben von Grund auf zu ändern. Aber ich würde es sicher bereuen, wenn ich diesen Schritt nicht gewagt hätte. Auch wenn es nicht geklappt hat: Ich habe es zumindest versucht und dabei viele wertvolle Erfahrungen gemacht, die ich nicht mehr missen möchte.

Scheitern ist besser, als es nicht versucht zu haben.

Der Klügere gibt nach…

Wirklich? Das würde einiges erklären: Wenn die Klügeren ständig nachgeben, übernehmen
zwangsläufig die Dümmeren das Regiment.
Im richtigen Leben geben meistens nicht die Klügeren nach, sondern eher die Schwächeren.
Das alte Sprichwort ist eines der vielen Instrumente, wie man aus aufgeweckten Kindern
unsichere Erwachsene macht, die sich nicht durchsetzen können, nicht Nein sagen können,
ausgenutzt oder gemobbt werden und im besten Fall irgendwann in einer Therapie landen.
Da kann ihnen wenigstens geholfen werden.

Brave Mädchen kommen in den Himmel, böse kommen überall hin

Dieses Buch ist nicht umsonst ein Bestseller geworden.
Ich bin Jahre lang ein braves Mädchen und kann mich nie richtig durchsetzen.
Gegen meine Eltern und meinen großen Bruder habe ich sowieso keine Chance, vor allem als
Mädchen. Von den Nachbarskindern, im Kindergarten und in der Schule werde ich „gehänselt“
(heute würde man es Mobbing nennen). Meine pubertären Rebellionsversuche hätten mich
fast ins Grab gebracht, weil meine Mutter mir ständig vorwirft, dass ich sie zehn Jahre
früher ins Grab bringen würde. Also komme ich zu der Überzeugung, dass meine Eltern
ohne mich besser dran wären und will sie von dieser schrecklichen Last befreien, die
plötzlich kein braves Mädchen mehr sein will. Hat nicht geklappt, wie man sieht.

Also gebe ich weiter nach und mich passe mich zwangsläufig an, bis ich von zu Hause
ausziehen und im Studium endlich meine verpasste Jugend nachholen kann. Ein braves
Mädchen bin ich da nicht mehr… Ganz im Gegenteil. Vor allem auch, weil ich nicht
„Nein“ sagen kann. Zu niemandem. Meinen Nachbarn interessiert es nicht (damals gibt
es das „Nein heißt Nein“-Gesetz noch nicht. Aber er hätte sich eh nicht dran gehalten.)
Also ist es in diesem Fall wohl wirklich klüger, nachzugeben, weil ich definitiv die
Schwächere bin (und nicht im Krankenhaus landen will…)

Später hätte ich mir viele Probleme ersparen können, wenn ich mich nicht an das alte
Sprichwort gehalten hätte, obwohl es natürlich schmeichelt, wenn man klüger gehalten
wird als seine Kontrahenten.

Spielerisch lernen, wie man nicht ständig nachgibt

Zum Glück führt mein Weg zwangsläufig in eine Gruppentherapie.
Hier treffe ich auf viele nette Menschen, denen es ähnlich geht wie mir.
Alle waren als Kinder schüchtern, wurden autoritär erzogen, gemobbtund haben Probleme,
Grenzen zu setzen. Kein Wunder: Sie sind alle intelligent. Und der Klügere gibt nach…

Wir lernen in Rollenspielen, wie wir das besser machen können.
Ich kann mich auf ein wichtiges Personalgespräch vorbereiten, bei dem es um meine
berufliche Zukunft nach meiner 9-monatigen Zwangspause geht. Beim dritten Versuch
kann ich mich gegen meinen Mitpatienten durchsetzen, der die Chefrolle perfekt verkörpert.

Er kann sich ein paar Tage zuvor auch sehr gut gegen mich durchsetzen, als ich in die
Rolle seiner dominanten Mutter schlüpfe. Das fällt mir leicht, weil ich nur meine eigene
Mutter parodieren muss.

Beim ersten Durchgang wird mein 37-jähriger „Sohn“, der mich um mehr als einen
Kopf überragt, plötzlich ganz klein geworden. Im zweiten Durchgang tritt er ziemlich
selbstbewusst auf und spielt mich glatt gegen die Wand. ich gebe mich geschlagen.
Wir ernten viel Applaus für unsere (schauspielerischen) Leistungen.
Und wir profitieren enorm von der neuen Rollenverteilung, in der nicht der vermeintlich
Klügere und defacto Schwächere nachgibt, sondern der mit den schwächeren Argumenten.

Ein besserer Arbeitsplatz, weil ich nicht nachgegeben habe

Wenn ich in meinem Wiedereingliederungsgespräch so stark nachgegeben hätte wie in
meinen 28 Berufsjahren zuvor, würde ich jetzt trotz Uniabschluss bei deutlich niedrigerem
Gehalt in der Pforte oder im Schreibdienst arbeiten, weil da gerade Stellen frei waren.
Stattdessen bestehe ich auf meinem Recht auf eine gleichwertige Stelle und weise auf eine
entsprechende schriftliche Bestätigung der Rechtsabteilung meiner Gewerkschaft hin.
Außerdem führe ich an, dass ich ein Projekt fertig stellen möchte, das schon vor Jahren
begonnen wurde und das mir wirklich am Herzen liegt.

Nachdem ich wegen meines Jahrelangen Dokumentierzwangs nicht an meinen IT-Arbeitsplatz zurück kehren kann, schafft unsere Personalstelle eine neue IT-Stelle in der Abteilung, für die ich nun mein Projekt fertig stellen kann. Das ist im Öffentlichen Dienst theoretisch fast ein
Ding der Unmöglichkeit. Trotzdem hat mein Arbeitgeber meinem Wunsch nachgegeben.
Vielleicht, weil er rechtlich gesehen in der schwächeren Position ist. Vielleicht auch, weil
das eine klügere Entscheidung ist als eine IT-Spezialistin mit 28 Jahren Berufserfahrung
auf eine Stelle zu versetzen, für die sie völlig überqualifiziert ist und für die es zahlreiche
andere interessierte und qualifizierte BewerberInnen gibt.

Recht geben ist besser als Nachgeben

An meiner neuen Arbeitsstelle fühle ich mich deutlich wohler.
Natürlich spreche ich meine Ideen mit meinem Kollegen ab. Und ich gebe auch nach,
wenn ich das Gefühl habe, dass er einen besseren Lösungsansatz hat.
Genau genommen gebe ich dann nicht nach, sondern ich gebe dem anderen Recht.
Ein guter Teamplayer gibt zu, wenn der andere etwas besser weiß oder besser kann.
Mit ein wenig Lob und Anerkennung fällt auch das Nachgeben leichter.

Bloß nichts sagen !

Als ich den Beitrag „Nicht so bescheiden!“ schreibe, fängt mein Mann an, unser Arbeitszimmer aufzuräumen. Er entsorgt endlich die ganzen Kartons, die schon seit einer halben Ewigkeit auf
dem Schrank liegen.

Ich habe jetzt zwei Möglichkeiten: Sagen, dass mich die Rumkramerei stört und riskieren,
dass mein Mann sauer wird und sagt, dass ich meinen Kram dann eben selber machen soll
oder dass ich doch auch will, dass die alten Kartons endlich weg kommen.
Er beruhigt sich normalerweise wieder ziemlich schnell und ist auch nicht nachtragend.
Ich hätte dann meine Ruhe und wir würden die Kartons später entsorgen, vielleicht sogar gemeinsam.

Ich überlege dreimal, ob ich etwas sagen soll. So oft kommt mein eifriger Gefährte rein und
schafft Ordnung in unserem leicht chaotischen Reich. Dann bringt er den ganzen Krempel weg.

Warum sage ich nichts ?

Es herrscht wieder Ruhe. Abgesehen vom Lärm der Baustelle nebenan, gegen den ich eh
nichts machen kann. Gegen die Störung im Arbeitszimmer hätte ich etwas machen können.
Eine freundliche Frage hätte genügt: „Könntest du das bitte später machen? Ich schreibe
gerade einen Beitrag für meinen Blog und das Rumräumen stört mich ein wenig. Ich kann
mich nicht mehr richtig konzentrieren.“

Wenn eine pampige Antwort gekommen wäre, hätte ich gewusst, dass das nicht böse gemeint
ist und keine Folgen hätte. Eine Stunde später hätte ich sicher einen zufriedenen Menschen vorgefunden, der gerade mit etwas anderem beschäftigt ist.

Trotzdem sage ich nichts und ärgere mich. Aus zwei Gründen:
Erstens, weil ich nicht ungestört arbeiten kann.
Aber am meisten, weil ich nichts sage. Obwohl ich weiß, dass das keine ernsthaften
Konsequenzen hätte. Die Befürchtungskette wäre hier sehr kurz und alles andere als furchteinflößend.

Aber ich atme nur ein paar Mal tief durch und sage mal wieder nichts.
Mein Beitrag wird trotzdem fertig und der häusliche Frieden bleibt auch gewahrt.

Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt

Meine Mutter hatte eine extrem schwere Kindheit, weil ihre Mutter ihren tyrannischen
Ehemann nie in die Schranken gewiesen hat. Dazu war sie einfach zu gutmütig. Immer
wenn ich zu meiner Mutter gesagt habe, meine Oma  hätte sich nicht alles gefallen lassen
sollen, hat sie geantwortet: „Dann hätte es Streit gegeben.“
Meine Schwiegereltern haben auch selten gestritten, weil sich auch meine Schwiegermutter
alles gefallen lassen hat.

Das tue ich nicht. Natürlich stecke ich immer wieder zurück. Aber das tut mein Mann auch.
Wir führen eine gleichberechtigte Beziehung auf Augenhöhe und zoffen uns auch mal. Streit
gehört dazu. Sonst zieht einer der Kürzeren und geht langfristig unter. Wie meine Oma und
meine Schwiegermutter.

Mein Vater hat viel Streit vermieden, indem er sich angepasst hat. Sehr zum Leidwesen
seiner Kinder, die dem autoritären mütterlichen Erziehnungsstil natürlich auch nichts entgegensetzen konnten. Natürlich haben wir als Kinder auch nicht viel zu melden und
dürfen auch keine Gefühle wie Wut zeigen. Ich als Mädchen sowieso nicht. Das hat mich
sehr stark geprägt. Ich bin ziemlich konfliktscheu.

„Ich ersticke noch mal an dem, was ich nicht sage“
Besser als ein Drama auslösen, wenn ich was Falsches sage… Das ist einer meiner Standardsprüche.

Kommt dir das bekannt vor? Lieber nichts sagen als sich unbeliebt machen?
Alles runter schlucken, sich alles gefallen lassen. Oder zumindest ziemlich viel?
Nur damit es keinen Stress gibt?

Hast du vielleicht deswegen eine Zwangsstörung entwickelt? Vielleicht nicht nur deswegen,
aber wahrscheinlich ist es zumindest einer der Auslöser. Bei mir war es vielleicht sogar der Hauptgrund. Ich habe auch in der Arbeit nie gesagt, dass es mich gestört hat, wenn mein
Chef oder meine Kollegen endlos lange Besprechungen in unserem Büro geführt haben
anstatt in ihr eigenes zu gehen. Mein Chef hat sogar eine Besprechungsecke im Büro.
Warum muss er dann immer mich von der Arbeit abhalten, wenn er was von meinem
Kollegen braucht? Aber dann wäre ich sofort wieder als „empfindlich“ abgestempelt
worden. „Typisch Frau halt…“

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold ?

Also halte ich die Klappe, schlucke meinen Ärger runter und schreibe mir alles von der Seele.
So lange, bis das Schreiben zwanghaft wird. Als mein Schreibzwang endlich entdeckt wird,
spreche ich die ganze Problematik an: In Beisein meines neuen Chefs, des Personalrats-vorsitzenden und der Personalchefin. Jetzt habe ich ein Einzelbüro und kann in Ruhe arbeiten.

Natürlich vertröste ich meinen Kollegen nicht auf den nächsten Tag, als er um 11:30 Uhr
endlich die Zeit für die Besprechung findet, um die ich ihn schon um 8 Uhr gebeten habe.
Da ist er gerade mit einem anderen Kollegen schwer beschäftigt mit den Haushaltszahlen.
Das ist natürlich wichtiger als die Umstellung eines einzelnen Berechnungsblatts. Und ich
bin froh, dass er überhaupt noch vorbei kommt, auch wenn ich eigentlich gerade gehen
wollte. Aber so kann ich am nächsten Tag sofort los legen und muss nicht wieder warten,
bis mein Kollege endlich Zeit hat.

Auch Grenzen setzen hat Grenzen

Manchmal ist es tatsächlich sinnvoller, ein wenig zurückzustecken. Oder einen besseren
Zeitpunkt abzuwarten, wenn es gerade gar nicht passt. Den richtigen Zeitpunkt gibt es
oft nicht. Und so bleibt vieles ungesagt und man gewöhnt sich daran, seine eigenen
Bedürfnisse immer hintenan zu stellen. Solange bis es nicht mehr geht.
Aufopferung statt Selbstfürsorge. Die lernt man dann in der Therapie…

Ich gebe es zu: Das mit dem Grenzen setzen habe ich immer noch nicht richtig drauf.
Daran muss ich noch arbeiten. Aber ich bin sicher, dass meine Therapeutin mir weiter
helfen kann, wenn sie aus dem Urlaub zurück ist. Wenn etwas ist, kann ich jederzeit
anrufen, hat sie bei unserem letzten Termin gesagt. Das werde ich sicher nicht machen.
Urlaub ist Urlaub. Diese Grenze werde ich nicht verletzten 🙂

Dokumentierzwang

Wenn Schreiben zum Zwang wird

Nein, heute schreibe ich nichts auf ! Das nehme ich mir immer wieder fest vor,
wenn ich mit Freunden zusammen sitze. Meistens fange ich trotzdem sofort zu
schreiben an, sobald ich daheim bin. Weil ich schreiben muss. Zwanghaft.

Manchmal kann ich mich bis zum nächsten Tag beherrschen, vor allem, wenn es spät wird.
Dann muss ich aber schreiben. Unbedingt. Oft schreibe ich einen halben Tag und länger.
Natürlich muss ich auch aufschreiben, wie ich geschlafen habe, was ich geträumt habe,
wann wir aufgestanden sind, ob am Morgen irgendetwas vorgefallen ist, und und und…
Ich leide unter zwanghaftem Dokumentieren, einem Dokumentierzwang, auch Dokumentationszwang oder Schreibzwang genannt.

Ich dokumentiere immer mehr und immer ausführlicher

Dieses manische Schreiben hat sich im Laufe der Jahre entwickelt.
Zunächst notiere ich nur wichtige Ereignisse im Kalender: Ein Treffen mit Freunden, Veranstaltungen, die wir besucht haben, Bergtouren, Ausflüge. Dann dokumentiere
ich auch meine sportlichen Aktivitäten, beim Schwimmen und Radfahren auch mit
Zeiten und Entfernungen. Das machen andere auch und die meisten enwickeln dabei
keinen Dokumentierzwang. Ich schon. Irgendwann schreibe ich nicht nur auf, wie weit
und wie schnell ich geschwommen bin, sondern auch, ob ich jemanden gesehen habe,
ob mich jemand gegrüßt hat, ob mich jemand angerempelt hat oder ein Kind neben
mir ins Wasser gesprungen ist.

Ständig unter Spannung

Im Fitnessstudio schreibe ich nicht nur auf, wen ich getroffen habe, sondern auch
worüber wir geredet haben. Immer ausführlicher, oft mit wörtlichen Dialogen.
Ich sitze Stunden lang um PC und tippe ununterbrochen. Mein Mann stellt fest,
dass sich meine Atmung verändert. Pressatmung. Ein Zeichen für hohe Anspannung.
Ich möchte am liebsten alles auf einmal schreiben. Wenn ich nicht schreiben kann,
werde ich total unruhig, irgendwann ist die Anspannung kaum noch auszuhalten.

Wenn ich mit jemandem rede, hoffe ich, dass das Gespräch nicht zu lange dauert,
damit ich nicht so viel aufschreiben muss. In Gedanken sitze ich schon wieder am
PC und dokumentiere das ganze Gespräch. Auch in der Arbeit. Oft denke ich, dass
ich wohl den Eindruck mache, als wäre ich ständig total im Stress oder auf der Flucht.
Immer auf dem Sprung, geistig schon wieder vor meinem PC.

„Das muss ich gleich aufschreiben“

Das bin ich auch. Aber nicht, weil ich so dringende Arbeiten zu erledigen habe oder mir
gerade etwas kolossal Wichtiges eingefallen ist – vielleicht die Lösung für ein Problem,
an dem ich schon ewig rum bastle, also etwas, was ich wirklich sofort umsetzen sollte.
Ab und zu kommt das natürlich auch vor. Oder meine Kollegen haben einen Lösungsansatz
parat. Mein Standardsatz in solchen Situationen ist: „Das muss ich gleich aufschreiben.“

Leider muss ich nicht nur die fachlichen Informationen aufschreiben, sondern auch,
was mein Kollege sonst noch gesagt hat, was er gerade getan hat, als ich ins Büro
gekommen bin, ob mein Chef oder die anderen Kollegen gerade beim Rauchen draußen
stehen oder sich irgendwo unterhalten. Einfach alles, was mich eigentlich gar nicht
interessieren sollte am Arbeitsplatz.

Zwang macht einsam

Ich distanziere mich zunehmend von meinen Kollegen.
Das fällt nicht schwer, weil ich schon lange nicht mehr richtig dazu gehöre, seitdem ich
wegen meiner Teilzeit aus dem Systembereich raus gefallen bin. Das ist jetzt eine reine Männerdomäne, typisch IT. Irgendwie passe ich da nicht richtig rein. Auch ein Grund,
warum ich lieber schreibe als rede. Weil die anderen mich nicht verstehen. Oder nicht
verstehen wollen und meine Probleme mit nichts-sagenden Sätzen abtun wie
„Du musst einfach ruhiger werden und dir ein dickeres Fell zulegen.“

Also ziehe ich mich in mein Büro zurück und hacke auf meinen PC ein, anstatt mit
einem Kollegen zu reden. Erschwerend kommt hinzu, dass wir in einem kleinen
Nebengebäude sitzen, weit weg von den anderen. Meine Kollegen finden das toll.
Dann können uns die Anwender nicht ständig die Bude einrennen, wenn sie ein
Problem haben. Ich wäre lieber im Hauptgebäude (wo ich jetzt auch tatsächlich bin)
und nicht so isoliert. Als einzige Frau in einer klassischen Männerdomäne.

Schreiben als „Ventil“

Unser Personalratsvorsitzender erkennt richtig, dass das Schreiben für mich ein
„Ventil“ ist und ich es ohne Schreiben vielleicht gar nicht mehr ausgehalten hätte.
Dass ich todunglücklich bin mit meinem Arbeitsplatz weiß jeder. Auch mein Chef.
Dem habe ich das sogar wörtlich gesagt.
Dass ich immer weiter aus dem Team raus falle, müsste auch allen auffallen.
Genau wie meine ständige Tipperei, die meinen Zimmer-kollegen ziemlich auf die
Nerven geht. Das erfahre ich erst später, als ich schon aus der IT-Abteiolung raus bin.
Weil der neue Chef – unser langjähriger Systemadministrator, der zehn Jahre zuvor mit
ein paar Schlüsselsätzen endgültig die Weichen für meinen beruflichen Niedergang gestellt
hat
– nicht mehr mit mir zusammen arbeiten kann (oder will), weil das Vertrauensverhältnis gestört ist. Aufgrund meines Dokumentierzwangs. Weil ich alles aufgeschrieben habe.
Auch Dinge, die ich theoretisch gegen ihn oder meine Kollegen verwenden könnte.
Was ich nie vorhatte.

Meinen Mann stört es nicht, dass ich so viel schreiben

Ich wollte den ganzen Mist nicht aufschreiben. Ich musste.
Weil ich an einem Dokumentierzwang gelitten habe. Jahre lang. Unbemerkt.
Obwohl es alle hätten merken müssen. Meinem Mann fällt natürlich auch auf dass ich
immer so viel schreibe.  Aber ihn stört es nicht und er empfindet mein Verhalten auch
nicht als zwanghaft. Trotz meiner angespannten Körperhaltung und Pressatmung,
auf die er mich immer wieder aufmerksam macht, wenn ich am PC sitze. Aber nach
über 20 Jahren  gewöhnt man sich an die Eigenheiten seines Partners und akzeptiert
sie auch. Das ist vermutlich eines der „Geheimnisse“ einer guten Beziehung.

Meine Kollegen stört meine Tipperei, aber sie sagen nichts

Meine Kollegen stört meine ständige Tipperei schon. Aber sie sind  vermutlich einfach
zu bequem, um etwas zu sagen. Ich könnte ja irgendwie reagieren. Mit meinen schlechten
Nerven und meinem dünnen Fell…

Und so schreibe ich weiter. Über zehn Jahre lang. Immer mehr und immer zwanghafter.
Oft überlege ich, ob ich nicht zu meinem alten Chef gehen sollte, der mir über 20 Jahre
lang das Leben schwer gemacht hat und seit März 2015 in Rente ist. Vielleicht sollte ich
diesem ignoranten Chauvi, der nie eine Frau in seinem Team haben wollte, einfach sagen,
dass ich alles aufschreiben muss. Zwangsweise. Zwanghaft. Dass ich das nicht will, aber
einfach nicht anders kann. Und unheimlich darunter leide.

Meinen Schreibzwang ansprechen wäre eine Katastrophe gewesen

Aber das wäre sicher eine Katastrophe geworden. Ich konnte mit meinem alten Chef nicht
einmal über deutlich einfachere Probleme vernünftig sprechen. Und dem soll ich sage sagen,
dass ich einen Schreibzwang habe? Nein, bloß nicht !

Und so schreibe und leide ich weiter bis zu jenem fatalen Donnerstag im August 2015, als mein neuer Chef endlich die entscheidende Frage stellt: „Was schreibst du eigentlich die ganze Zeit?“

Das ist das Beste, was mir passieren konnte.

Ich weiß nicht, wie lange ich das noch durch gehalten hätte. Denn mein Schreibzwang ist
wirklich immer schlimmer geworden und ich habe mich immer mehr aus dem gesellschaftlichen Leben zurück gezogen, damit ich nicht noch mehr aufschreiben musste.

Zwang macht einsam und kann vieles kaputt machen

Zwang macht einsam. Und er kann Leben zerstören und viel kaputt machen. Freundschaften, Beziehungen, Karrieren. Meine „Karriere“ in der IT-Abteilung ist schlagartig beendet, als mein Chef und meine Kollegen von meinem Dokumentierzwang erfahren.

Meine Mitgliedschaft im Personalrat wird mir erst aufgekündigt, als ich wieder an meinen Arbeitsplatz zurück kehre. Natürlich habe ich auch während den Personalratssitzungen immer ziemlich viel mitgeschrieben. Nicht immer. Manchmal konnte ich mich auch beherrschen,
bis ich daheim war. Natürlich habe ich mir immer wieder vorgenommen, nichts aufzuschreiben. Weil ich das gar nicht durfte. Und das wussste ich auch. Aber ich musste.
Auch wenn ich damit einen massiven Verstoß gegen den Datenschutz begangen habe.
Als Personalratsmitglied und als IT-Mitarbeiterin. Da wiegt dieses Vergehen doppelt schwer.
Trotzdem konnte ich das Dokumentieren nicht bleiben lassen.

Meine Kollegen reden noch mit mir

Meine Kollegen sind nicht mehr zu einem klärenden Gespräch bereit, als ich nach 9 Monaten unfreiwilliger Auszeit und einer 9-wöchigen Therapie in einer psychosomatischen Tagesklinik
an meinen neuen Arbeitsplatz zurück kehre. In einer anderen Abteilung und einem anderen Gebäude, aber immer noch im IT-Bereich. Aber sie reden noch mit mir, wenn ich aus fachlichen
Gründen in der IT anrufen muss.
Mein ehemaliger Zimmerkollege ist sogar in mein neues Büro gekommen und hat mir lange
und ausführlich erklärt, warum die hilfreichen Links auf PDF-Dateien im Internet und Intranet nicht mehr funktionieren (aus Sicherheitsgründen und weil es da größere Probleme gab in der langen Zeit, in der ich weg war). Er hat mir wahrscheinich deutlich mehr erzählt als seinem
Chef lieb ist.

Scheinbar hat mein Kollege trotz meines Dokumentierzwangs noch Vertrauen zu mir.
Und ich habe sein Vertrauen nicht enttäuscht.

Ich schreibe nur noch, wenn es mir Spaß macht

Ich habe nicht aufgeschrieben, was er mir alles berichtet hat.
Und ich werde es auch nicht mehr aufschreiben.
Weil ich meinen Dokumentationszwang überwunden habe.
Ich schreibe nur noch, wenn es mir Spaß macht. Und nicht, weil ich schreiben muss.

So habe ich meinen Dokumentationszwang überwunden

Reden ist Silber, Schreiben ist Gold?

Als Kind möchte ich Schriftstellerin werden. Natürlich haben meine Eltern etwas dagegen.
Sie haben auch später etwas dagegen, dass ich Journalistin werden will. Obwohl mir das
Schreiben schon immer im Blut liegt.

In der Schule schreibe ich immer sehr lange Aufsätze. Meine Lehrer klagen zwar immer,
dass sie das alles lesen und korrigieren müssen. Aber scheinbar lesen sie meine Aufsätze
gang gern. Sie werden auch oft vorgelesen. Das macht mich natürlich stolz und motiviert
mich zum Weitermachen. Meine ersten schriftstellerischen Versuche scheitern kläglich –
nicht nur am Widerstand meiner Eltern, sondern auch daran, dass ich mit 12 Jahren
einfach noch nicht das nötige KnowHow habe.

Tagebuch schreiben

Also konzentriere ich mich eben auf die Schule und beginne mit Tagebuch schreiben.
Bis meine Eltern meine privaten Aufzeichnungen lesen. Damals bin ich 15 und zum
ersten Mal unglücklich verliebt. In den nächsten Jahren will ich nur noch raus und
meine eigenes Leben leben. Das geht aber erst nach dem Abitur. Bis dahin ziehe ich
mich in eine Traumwelt von einem besseren und freieren Leben zurück.
Mit dem Tagebuch schreiben fange ich erst wieder während des Studiums an,
als ich sicher sein kann, dass meine Aufzeichnungen nicht mehr gefunden und
gelesen werden können. Bald muss ich für die Uni so viel schreiben, dass ich
keine Zeit und keine Lust mehr für private Aufzeichnungen habe.

Die Probleme sind vorprogrammiert

Mit dem Tagebuch schreiben beginne ich erst wieder, als ich schon lange im Beruf bin.
Und wieder an einem Punkt, an dem ich nur noch raus will aus allem. Nur ist das jetzt
nicht mehr so leicht wie mit 15. Ich habe einen IT-Job und bin fast 30. Da wird es schwierig,
einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden, wenn man nicht jeden Tag drei Stunden pendeln will.
Wie durch ein Wunder bekomme ich mit 30 einen neuen Arbeitsplatz – und neue Probleme.
Mein damaliger Chef will eigentlich keine Frau im Team haben. Ich bin aber die einzige
qualifizierte Bewerberin. „Auf deine Stelle hat sich nur Schrott beworben“. Sagt mein Chef.
Immer wieder. Ohne Einschränkungen. Also wirklich „nur Schrott“ (mich eingeschlossen).
Ein Kollege teilt mir im Vertrauen mit, dass meine Stelle sogar erneut ausgeschrieben
werden sollte, obwohl ich alle Anforderungen erfülle.
Die Probleme sind vorprogrammiert…

Als einzige Frau in einer Männer-Domäne

Eigentlich habe ich kein Problem damit, dass ich die einzige Frau im Team bin, das mittlerweile
7 Mann stark ist. An meiner alten Stelle war ich die einzige Frau in einem 3-Personen-Team.
Leider waren mein Chef und mein Kollege bis aufs Blut verfeindet und haben ihre Konflikte teilweise auf meinem Rücken ausgetragen. Ganz nebenbei hat mir mein Chef ein paar Wochen zuvor einen Teil seiner Lebensgeschichte erzählt. Und zwar den Teil, von dem seine Frau nichts
wissen darf. Mein Kollege war der „Grabscher vom Dienst“.

Diese Probleme habe ich mit meinen neuen Kollegen nie. Sie verhalten sich immer absolut korrekt. Nur sehen Männer vieles anders als Frauen, z. B. wie man mit Anwender-Problemen umgehen soll. Für mich hat der Mensch immer Priorität, egal wie unbedeutend sein Problem erscheinen mag. Die anderen haben aber tatsächlich ein Problem. Sonst würden sie nicht bei der IT-Hotline anrufen. Mein Chef und meine Kollegen sind der Meinung, dass „ich nicht immer gleich springen oder alles stehen und liegen lassen soll, bloß weil da irgendwer ein Problem hat. Die können ruhig ein bisschen warten.“ Sonst könnte vielleicht der Eindruck entstehen, dass wir nichts Besseres zu tun haben, als uns um Anwender-Probleme zu kümmern.

Dokumentieren kann viel Zeit und Ärger sparen

Für mich ist das wirklich das Beste an meinem IT-Beruf: Leuten helfen oder etwas zu entwickeln, was ihnen die Arbeit leichter macht. Ich erstelle als einzige regelmäßig Arbeitsanleitungen und stelle sie den betroffenen KollegInnen zur Verfügung.
Außerdem halte ich Inhouse-Schulungen und erstelle dafür sehr umfangreiche Kursunterlagen,
die genau auf meine Kurse und die Bedürfnisse meiner TeilnehmerInnen abgestimmt sind.
Wenn jemand an einem neuen Thema interessiert ist, baue ich es in die Unterlagen ein.

Ich bin in meinem Element: Ich kann schreiben.
Ich dokumentiere auch im Tagesgeschäft alles, was wichtig ist: Probleme, Fehlermeldungen, Lösungen, Lösungsansätze, die nicht funktioniert haben, wie man das Problem in Zukunft vermeiden kann und noch vieles andere.
Mein Vorschlag, eine zentrale „Knowledge-Base“ (Wissensdatenbank) aufzubauen, auf die
auch unsere AnwenderInnen Zugriff haben, wird abgeschmettert. Ich frage mich, ob dieser
Vorschlag angenommen worden wäre, wenn er von einem meiner männlichen Kollegen
gekommen wäre…

Aber die halten nichts vom Dokumentieren und überlegen lieber Stunden lang, wie sie
damals dieses Problem gelöst haben. „Das war doch schon mal, vor ein paar Wochen.
Weißt du noch? Was haben wir damals gemacht? Keine Ahnung… Ich kann mich auch
nicht mehr erinnern. Mist!“

Ich hätte es vermutlich gewusst, wenn ich dabei gewesen wäre. Weil ich es aufgeschrieben hätte. Dann könnten wir jetzt nachschauen und uns viel Zeit und Stress sparen. Und den Anwendern,
die von dem Probleme betroffen sind, auch.

„Du bist in der Systembetreuung nicht mehr tragbar, weil du nie da bist“

Aber ich bin nie dabei bei wirklich wichtigen Aktionen. Obwohl ich Jahre lang hauptverantwortlich mehrere Großrechnersysteme mit verschiedenen Betriebssystemen administriert habe (u. a. UNIX und LINUX). Irgendwann kommt mein Chef zu der Überzeugung, dass ich in der „Systembetreuung nicht mehr tragbar bin, weil ich zu wenig da bin“.
Ich arbeite seit 1998 in Teilzeit, weil ich in meinem Beruf immer unglücklicher geworden bin
und das auch massive Auswirkungen auf meine Gesundheit hatte – körperlich und psychisch: Wiederkehrende Magenprobleme, chronische Verspannungen im Nacken, chronische Schmerzen
im Bereich Hals- und Brustwirbelsäule, Bandscheibenvorfälle in der HWS, Depressionen.

Die berufliche Veränderung gelingt nicht

Natürlich versuche ich, mich beruflich zu verändern – intern und extern. Ohne Erfolg.
Ich schaffe es nur bei einer einzigen Bewerbung bis zum Vorstellungsgespräch. Auf diese
Stelle bewirbt sich auch ein jüngerer Kollege, der später eine Stelle bei einem anderen
Arbeitgeber bekommt. Ich bin also nicht die einzige, die da raus will.
Meine internen Bewerbungen werden auch nie berücksichtigt.

Nachdem ich mit Mitte 30 scheinbar schon unter die Rubrik „schwer vermittelbar“ falle,
versuche ich, mich selbständig zu machen. Auch ohne Erfolg.

„Für dich ist der Zug abgefahren“ – „Dein Sch… interessiert hier keinen“

Also versuche ich, wieder den Anschluss an meine IT-Kollegen zu finden.
Unser Systemadministrator, der 2015 der neue Chef des IT-Teams wird , zerschmettert
meine Hoffnungen mit einem einzigen Satz: „Beim System ist der Zug für dich abgefahren.“

Meine Kollegen machen mir deutlich klar, dass sie von meinen Problemen nichts wissen wollen: „Dein Sch.. interessiert hier keinen“.
Wenn ich über Probleme mit dem Chef klage, heißt es nur:
„Betty, du musst einfach ruhiger werden. Du musst dir ein dickeres Fell zulegen!
Mir macht das schon lange nichts mehr aus! Ich habe mittlerweile eine Elefantenhaut.“
Damit hat mein Kollege sogar Recht: Elefanten sind ausgesprochen dünnhäutig.
Genau wie mein „dickfelliger“ Kollege, der sich wenig später bei meinem Zimmerkollegen
über exakt dasselbe Problem klagt und gefühlt eine halbe Stunde über unseren Chef schimpft.
Ihm hört mein Kollege natürlich zu und zeigt Verständnis. Schließlich geht es uns doch alle so
mit unserem Chef, der sich immer in alles einmischt und immer alles besser weiß, auch wenn
er keine Ahnung hat.

Die Probleme meiner Kollegen interessieren schon

Ich sitze da und bin sprachlos. Jetzt schreit unser total cooler und dickfelliger Kollege,
dem alles am A… vorbei geht, hier Stunden lang rum – in meinem (unseren) Büro.
Und ich kann nicht mehr vernünftig arbeiten, weil ich mich bei dem Rum-Gezetere
natürlich nicht mehr konzentrieren kann. Und zu mir sagt er, „ich soll ruhiger werden
und mir ein dickeres Fell zulegen…“

Wer solche Kollegen hat, braucht keine Feinde mehr…
Oder gute Freunde, die immer da sind und zuhören und trösten… Oder irgendeine andere Möglichkeit, um den Druck los zu werden, wenn gerade keiner da ist, der zuhören und
trösten kann – wie meistens. Oder in der Arbeit eigentlich fast immer. Schließlich will
ich auch keinen stören und von der Arbeit abhalten – so wie unser Kollege das gerade macht.
Außerdem bringt das bei mir meistens sowieso nichts. Ganz im Gegenteil.

Schreiben als Ersatz für Reden

Also verlege ich mich aufs Schreiben. Das liegt mir eh besser.
Papier und Tastatur sind geduldig. Auf jeden Fall geduldiger als meine Kollegen.
Reden ist Silber. Schreiben ist Gold…
Und so wird aus dem sinnvollen Dokumentieren in der Arbeit und dem privaten Tagebuch
ein Dokumentationszwang und Schreibzwang, der mir das Leben immer schwerer macht.

Wenn das das Schreiben zum Zwang wird

Das Beste, was mir passieren konnte

An einem heißen Augusttag im Jahr 2015 stellt mein Chef die entscheidende Frage:
„Was schreibst du eigentlich die ganze Zeit?“

Meine Kollegen haben Jahre lang geschwiegen

Eigentlich hätte es meinen Kollegen all die Jahre auffallen müssen, dass ich sehr viel
geschrieben habe. Im Zehn-Finger-System und enorm schnell. In der IT. Wo man eigentlich
mehr klickt als tippt und eher kurze Texte verfasst. Oft habe ich sogar ununterbrochen weiter
getippt, während ich mit meinem Zimmerkollegen geredet habe oder wenn noch andere in
unserem Büro waren, incl. meinem ehemaligen Chef, der im März 2015 in Rente gegangen ist.
Meine Kollegen haben sich sicher gewundert, warum ich so viel schreibe. Im Nachhinein habe
ich erfahren, dass sie meine Tipperei sogar ziemlich gestört hat. Aber gesagt hat keiner was.
Fast zehn Jahre lang. Weil es einfacher ist, dass Offensichtliche großzügig zu ignorieren als jemanden zur Rede zu stellen.

Mein ehemaliger Chef hat mich zur Rede gestellt.
Ein paar Stunden später muss ich mich krankschreiben lassen und darf erst wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren, wenn ich wieder ganz gesund bin. Aber nicht in die IT-Abteilung,
in der ich 22 Jahre gearbeitet habe, weil meine Zwangsstörung auch das Vertrauensverhältnis
zerstört hat.

Schwere Krise als Chance für einen beruflichen Neustart

Natürlich stürzt mich das Gespräch mit meinem Chef in eine tiefe Krise und eine schwere Depression. Trotzdem ist das Bekanntwerden meines Dokumentierzwangs das Beste,
was mir passsieren konnte.
Ich muss mich endlich meinen Problemen stellen und professionelle Hilfe suchen.
Nach neun Monaten im Krankenstand und einer 9-wöchigen Therapie in einer
psychosomatischen Tagesklinik
habe ich meinen Schreibzwang überwunden.
Im Mai 2016 bekomme ich einen neuen Arbeitsplatz beim selben Arbeitgeber,
einen neuen Chef und die Verantwortung für ein großes IT-Projekt, in dem ich
meine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann.

Raus aus dem Zwang

Ein Jahr nach Bekanntwerden meiner Zwangserkrankung bin ich zwar raus aus der
IT-Abteilung, aber auch raus aus dem Zwang. In der Arbeit dokumentiere ich nur noch
das, was sein muss. Privat schreibe ich nur noch das auf, was meine Therapeutin mir rät,
natürlich am liebsten in meiner Positiv-Liste.

Am ersten Jahrestag meines zwangsweisen Coming-Outs gibt es viele mögliche Einträge.
Aber ich werde mich auf 2-3 beschränken – ganz zwanglos 🙂

Machen Sie auch mal eine Pause ?

Nach zwei Monaten Wiedereingliederung mit 2-4 Stunden pro Tag arbeite ich nun wieder
regulär, sprich halbtags, also ca. 5 Stunden pro Tag.

An meinem ersten regulären Arbeitstag freue ich mich, dass ich endlich nicht mehr krank geschrieben bin und wieder ganz normal arbeiten kann. Ich kann auch die zusätzliche Stunde gut gebrauchen, weil ich gerade an etwas Interessantem dran bin und das noch fertig machen kann.

Am nächsten Tag bin ich nach drei Stunden schon total ausgepowert und frage mich,
wie ich  den Rest des Vormittags rum kriegen soll. Irgendwie schaffe ich es. Die letzte
halbe Stunde schlage ich allerdings nur noch Zeit tot.

Am dritten Tag ist das Leistungstief schon nach einer Stunde da, obwohl sich herausstellt,
dass das Problem vom Vortag gar nicht so kompliziert ist wie ich dachte, sondern sogar
ganz banal. Ich darf keine Großbuchstaben verwenden. Kleine Ursache, große Wirkung.
Wie so oft in der IT…

Anstatt mich darüber zu freuen, dass ich mir eine Menge Arbeit und viel Programmiererei
sparen kann, bin ich total frustriert, dass ich die Fehlerursache nicht sofort bemerkt habe.
Aber am Tag zuvor war ich schon ziemlich k.o., als dieses Problem aufgetaucht ist. Deshalb
will ich es erst am nächsten Tag bearbeiten – mit frischen Kräften. Und die sind jetzt dahin.
Es ist kurz vor 8 Uhr. Noch 3,5 Stunden bis zum Kernzeitende. Und ich habe den vollen Durchhänger …

Solche Tage kennt jeder. Bei mir ist das eher der Normalzustand. Seit über 20 Jahren.

Machen Sie denn auch mal Pausen ?

Heute kann ich mein Dauerproblem am Nachmittag mit meiner  Therapeutin besprechen.
Das Gefühl, mit meinen Kräften viel zu schnell am Ende zu sein, habe ich nicht nur in der
Arbeit, sondern auch daheim, auch bei Sachen, die mir Spaß machen, z. B. bei meinem Blog.
Da bin ich manchmal auch nach ein oder zwei Stunden so fertig, dass ich erst längere Zeit
etwas anderes machen muss, bevor ich wieder etwas Vernünftiges am PC zustande bringe.

Meine Therapeutin stellt mir eine ganz einfache Frage: Machen Sie denn auch mal Pausen ?

Ja klar, daheim schon. Wenn ich nicht mehr kann, mache ich etwas anderes. Einkaufen oder Haushalt oder ich setze mich einfach mal eine halbe Stunde auf die Couch und höre Musik.

Und in der Arbeit ? Gibt es da keine Pausen ?

So richtige Pausen gibt es bei uns nicht. Also z. B. eine gemeinsame Kaffeepause am Vormittag.
Und Mittag gehe ich heim. Also fällt die Mittagspause in der Arbeit auch flach.

Aber machen Sie denn mal eine Pause ?

Ich muss überlegen: Pause … in der Arbeit …? Äh… Eigentlich nicht so wirklich…

Aber Sie müssen Pausen machen ! Jeder Mensch braucht Pausen!
(Stimmt nicht. Meine Mutter nicht und meine Tante auch nicht und mein Bruder arbeitet
scheinbar auch Tag und Nacht…)

Sie haben eine anstrengende und anspruchsvolle Tätigkeit.
Das haben meine Kollegen auch und die arbeiten Vollzeit…

Und Ihre Bildschirmarbeit ist sehr anstrengend für die Augen.
Stimmt. Manchmal sehe ich trotz Bildschirmbrille nicht wirklich scharf. Das kennt auch jeder. Tagesform. Oder Überlastung…?
Aber meine Kollegen sitzen den ganzen Tag am PC, ich nur fünf Stunden. Trotzdem bin ich
Mittag oft so ausgepowert, dass ich daheim fast nichts mehr schaffe. PC-Arbeiten mache ich
fast nur noch am Wochenende. Manchmal habe ich nicht mal mehr die Energie fürs Schwimmen, obwohl mir das Spaß machen würde.

„Der Schwächel vom Dienst“

Wie ich mich dabei fühle ?
Wie der „Schwächel vom Dienst“. Mit diesen Worten habe ich auch meine Rolle in der Kindheit
in meiner Familie charakterisiert. Scheinbar bin ich das geblieben. Meine fast 90-jährige Mutter schafft scheinbar noch mehr als ich und beklagt sich dann auch noch, dass sie nicht mehr so fit
ist wie vor 20-30 Jahren…

Die Therapeutin erteilt mir meine Hausaufgabe bis zur nächsten Sitzung:
Ich soll in der Arbeit Pausen machen.

Einen kurzen Moment muss ich fast lachen. Das ist ja mal eine tolle Hausaufgabe !
Aber so komisch ist das nicht.

Vor einigen Jahren hat mich ein Kollege gewarnt, ich sei Burnout-gefährdet. Das konnte
ich natürlich nicht glauben. Wo ich doch nur halbtags arbeite… Aber wie oft war ich schon
wegen Überlastungsreaktionen krank geschrieben ? Mindestens 1-2 mal pro Jahr.
Ganz zu schweigen von den psychosomatischen Erkrankungen,
meistens Folgen von Überlastungsreaktionen. Aber Rücken- oder Magenprobleme werden
etwas mehr akzeptiert als „Überlastung“. Vor allem bei Teilzeitkräften. Wovon sollen die „überlastet“ sein ?

Meine Therapeutin ergreift wieder das Wort: Jeder Mensch braucht Pausen.
Andere rauchen oder trinken Kaffee.
Stimmt, mein ehemaliger Chef und die Hälfte seines Teams sind Raucher und Kaffeetrinker.
Da ergeben sich Pausen von selbst. Ich muss eben etwas anderes machen, um den Kopf frei
zu bekommen und wieder Kräfte zu sammeln für meine Arbeit, die viel Konzentration erfordert.
(Früher habe ich geschrieben, aber das darf ich nicht mehr. Auf keinen Fall ! Raus aus dem Zwang!)

Achtsam sein und Tee trinken

Meine Therapeutin macht einige Vorschläge: Achtsamkeit. Achtsamkeit ist immer gut.
Das habe ich in der Klinik gelernt. Da machen wir jeden Tag zwei Achtsamkeitsübung:
Am Morgen und nach der Mittagspause.

Oder einen Tee machen und achtsam trinken. In der kälteren Jahreszeit eine gute Idee !
Momentan sitzen wir beide im T-Shirt rum und der Ventilator verteilt die schwül-warme
Luft im Raum, die neben dem Verkehrslärm durch das geöffnete Fenster zu uns dringt.
Nehme ich gerade meine Umgebung achtsam wahr ?

Es gibt noch ein Leben außerhalb der Arbeit

Ich kann auch im Büro aus dem Fenster schauen und beobachten, was sich draußen abspielt: Baulärm, der meistens den Verkehrslärm übertönt. Ab und zu geht jemand durch den Flur,
den ich von meinem Büro aus sehen kann. Wenn ich aufstehe und ans Fenster gehe, sehe
ich einen großen Baum. Das beruhigt.
Ich kann auch meine Urlaubsfotos an der Wand anschauen:
Das weckt Erinnerungen an schöne Zeiten, spektakuläre Wanderungen und aufregende
Erlebnisse in (m)einem Leben außerhalb des Büros und weit weg von PC-Problemen…

Leider liegt der letzte Urlaub weit zurück und der nächste ist nicht in Sicht.
Aber es gibt auch im Alltag vieles, worauf ich mich freuen kann. Ich rufe mir kurz in
Erinnerung, was ich an meinem freien Nachmittag machen möchte oder dass ich auf
dem Heimweg noch Kirschen kaufen will.

Jeder macht Pausen – außer dir!

Ich bin nach dieser Therapiesitzung nicht so erschöpft wie sonst.
Als ich meinem Mann über den Ratschlag mit den Arbeits-Pausen berichte, sagt er etwas
Ähnliches wie meine Therapeutin: „Es macht wirklich jeder Pausen. Außer dir !“

Pflichtbewusst wie ich bin, befolge ich die therapeutischen Anweisungen und lege am nächsten Arbeitstag gegen 9 Uhr eine Pause ein. Eigentlich fühle ich mich noch ziemlich fit, obwohl ich gerade ein größeres Problem zurückgestellt habe, weil ich mich ein wenig verzettelt habe und
das Gefühl habe, dass ich damit heute nicht mehr weiter komme. Ich gehe ein wenig in mich,
schaue die Urlaubsbilder an der Wand an, stehe auf und beobachte durch das offene Fenster
den Baum im Innenhof und die dichter werdenden Wolken am Himmel.
Ich überlege, dass ich auf dem Heimweg noch zum Einkaufen und am Nachmittag zum
Schwimmen gehen könnte, weil das Wetter scheinbar nicht so schön wird wie angekündigt.
Dann ist nicht so viel los. (Ich schaffe sogar sogar meine beste Zeit in diesem Jahr!)

Dann schenke ich mir noch ganz bewusst ein Glas Wasser ein, nehme einen tiefen Schluck
und widme mich der nächsten Aufgabe. Eine Stunde später gönne ich meinen Augen wieder
ein wenig Erholung von der anstrengenden Bildschirmarbeit.

Als ich um 11:20 Uhr meinen Kollegen ein schönes Wochenende wünsche, sehe ich das
ungelöste Problem immer noch ziemlich entspannt. Immerhin habe ich wieder etwas
dazu gelernt und außerdem ist mir auch noch eingefallen, wie ich es lösen kann.
Nächste Woche dann. Vor der ersten Pause…

Zwang als Kündigungsgrund ?

Jemanden wegen einer Erkrankung raus werfen ist zum Glück nicht so einfach.
Bei massivem Fehlverhalten ist das schon was anderes…
Es sei denn, das Fehlverhalten ist nachweislich „Krankheitsbedingt“.
Dann kriegt man vielleicht mildernde Umstände: Also so wie ein kranker Straftäter,
der nicht in den Knast kommt, sondern in die geschlossene Abteilung in einer
Psychiatrischen Klinik.

So ungefähr habe ich mich gefühlt, als ich nach zehn Jahren aufgeflogen bin …
Als ich neun Monate später mein altes Büro ausräume – unter Aufsicht von zwei Kollegen-
komme ich mir vor wie ein verurteilter Straftäter, der seine Gefängniszelle räumt.

Mir war lange bewusst, dass ich ein ernstes Problem hatte. Auch in der Arbeit.
Anders als bei zwei Kolleginnen, die scheinbar unter einer zwanghaften Keimphobie
leiden, hat sich meine Zwangssötrung in der Arbeit massiv ausgewirkt.
Erstens hat es viel Zeit gekostet und zweitens habe ich viele Sachen aufgeschrieben,
die mich eigentlich nichts angehen oder die ich evtl. gegen meine Kollegen verwenden
könnte. Das hatte ich nie vor, ganz ehrlich ! Ich habe alles aufgeschrieben, weil ich es
aufschreiben musste. Dokumentierzwang Schreibzwang
Ich habe zehn Jahre lang unter einem ausgeprägten Dokumentationszwang gelitten.

Eigentlich müsste mein Chef „das aushalten“…

Als mein neuer Chef (und langjähriger Kollege) mein Fehlverhalten bemerkt und
ich ihm erkläre,  dass das zwanghaft ist, fordert er mich auf, mich sofort krank
zu melden und erst wieder in die Arbeit zurück zu kommen, wenn ich
„wieder ganz gesund bin“. Was immer das bei einer Zwangsstörung heißen mag …
Und er fügt auch gleich hinzu, dass er sich eine Zusammenarbeit mit mir nicht
mehr vorstellen kann, weil das Vertrauensverhältnis durch meinen Schreibzwang
gestört ist.

Eigentlich darf er das gar nicht. Alle Ärztinnen und Therapeutinnen sind sich einig,
dass er das „als Chef aushalten muss“.
Keiner kann verstehen, warum mein Chef mich jetzt plötzlich „so mobbt“.
Aber vermutlich können alle verstehen, warum ich keinem etwas von meiner
Zwangsstörung gesagt habe. Und wahrscheinlich ist auch den meisten klar,
dass ich das nicht mehr aushalten würde. Meine Zwangsstörung hatte Gründe…

Kündigung wegen Zwangsstörung geht nicht

Raus werfen können sie mich nicht: Ich bin zu diesem Zeitpunt seit 23 Jahren dabei,
über 50 und genieße als ehemaliges Personalratsmitglied noch zusätzlichen Schutz.

Eine Abmahnung bekomme ich auch nicht. Allerdings halte ich es für fraglich,
ob das überhaupt möglich gewesen wäre … Schließlich haben mich Chef und Personalchefin
für krank erklärt. Und der Personalratsvorsitzende, in dessen Büro das Gespräch stattfindet,
hat nicht widersprochen. Er begleitet mich auch zur Betriebsärztin, die als kompetente
Medizinerin diese laienhafte Diagnose bestätigt.
Damit dürfte wohl klar sein, dass das mit der Abmahnung tatsächlich nicht so leicht
gewesen wäre und nicht nur eine freundliche Geste meines Arbeitgebers ist.

Neustart nach neun Monaten

Also versuche ich nach neun Monaten unfreiwilliger Auszeit – incl. vier Wochen Urlaub
und neun Wochen teilstationärer Therapie in einer Psychosomatischen Tagklinik –
einen Neustart in der Abteilung, in der mindestens eine weitere Kollegin an einer
Zwangsstörung leidet: Sie hat Angst vor Schmutz und Bakterien hat traut sich keine
Wasserhähne, Handtuchspender und Türklinken anzufassen.

Mal schauen, ob ich mich irgendwann traue, mit ihr über ihre offensichtliche
oder meine (ehemalige) Zwangsstörung zu sprechen…
Meine neuen Kolleginnen und Kollegen und auch mein neuer Chef wissen angeblich
nicht, warum ich so lange weg war und in ihre Abteilung versetzt worden bin.
Das ist sicher auch besser so…

Danke an Ärtze, Therapeutinnen und MitpatientInnen

Dass ich weiterhin einen Arbeitsplatz habe, der meiner Qualifikation entspricht,
habe ich auch meiner Ärztin, meinen Therapeutinnen und meinen Mitpatientinnen
und Mitpatienten zu verdanken. Sie alle haben mir mir während meiner Therapie
so viel Mut gemacht, dass ich mich auch in dem entscheidenden Gespräch mit
meinem Arbeitgeber nicht habe klein kriegen lassen – so wie all die Jahre davor.
Und so hat sich eine enorme Krise zu einer großen Chance für meine berufliche
Zukunft entwickelt.

Ich kann also wirklich jedem raten: Lasst euch helfen ! Geht in Therapie !
Lasst euch zeigen, wie ihr mit dem Zwangsmonster fertig werdet oder mit eurem
„Inneren Kritiker“ oder den anderen Dämonen, die euch das Leben schwer machen !
Wenn ich das geschafft habe, könnt ihr es auch schaffen !!!

Kampf dem Frustmonster

Nach einer relativ ruhigen Arbeitswoche, in der ich mir bewusst keinen Stress mit
Programmier-Problemen gemacht habe, stürze ich mich am Wochenende voller
Elan auf meinen Blog.
Ich habe vor kurzem die ersten Bilder eingebunden und die machen sich ganz gut.
Also lade ich noch ein paar Smileys und Like-Buttons hoch und natürlich die tollen
Bilder, die mein Mann für mich in Photoshop gebastelt hat.
Leider kriege ich die nicht in meine Medien-Übersicht rein. Stattdessen kommt
immer komische Fehlermeldung. Ich vergleiche die Bilder mit denen, die mein
Mann schon vor ein paar Wochen gemacht hat. Kein Unterschied, technisch gesehen.
An Photoshop liegt es also nicht.

Software-Foren im Internet helfen nicht weiter

In den diversen Software-Foren finde ich einige Tipps, die aber nicht weiter helfen.
Noch weniger hilfreich ist die Grundsatzdiskussion der Profis mitten in einem scheinbar
recht hilfreichen Beitrag, ob ein anderer Unwissender (also jemand wie ich) seine Anfrage
in einen fremden Beitrag mit rein bringen darf.
Die Profis meinen: NEIN, das darf man NICHT ! Hijacking verboten !

Und wo geht es jetzt mit der Problemlösung weiter ? Ach ja, da unten !
Im nächsten Absatz geht’s wieder ums „Hijacken“ von Forum-Anfragen.
Leute, langsam nervt’s ! Hier geht es um ein fachliches Problem, das scheinbar ziemlich
viele haben und nicht um die Benimm-Regeln im Forum. Dieses dauernde Dazwischen-
Gemecker gehört meiner Meinung nach auch verboten – wenn wir schon dabei sind.

Abgesehen davon helfen mir die ganzen guten Ratschläge in diesem Forum sowieso nichts.
Egal was ich ausprobiere: Ich kann immer noch keine Bilder in die Mediathek laden.

Ich suche selbst nach Alternativen

Dann lade ich die Bilder eben manuell hoch. Wozu hat man Filezilla ?
Ein paar Minuten später sind alle Bilder auf dem Server.
Aber in der Medienübersicht ist immer noch nichts von ihnen zu sehen…
Also versuche ich, die Software ein wenig auszutricksen:
Ich will bei Bildern, die schon drin sind und die ich nicht unbedingt brauche,
den Dateinamen eines Bildes eingeben, das ich schon brauche, aber nicht rein kriege.
Leider generiert das Programm die Dateinamen automatisch und lässt mich nichts ändern.
Ist natürlich absolut sinnvoll wegen Hackern und so. Aber ich will hier nichts hacken,
sondern einfach nur ein paar Bilder online stellen.
Langsam nervt es echt gewaltig !

Ist das letzte Sicherheits-Update schuld ?

Vielleicht liegt das Problem an dem Sicherheits-Update, das ein paar Tage zuvor
automatisch eingespielt worden ist?

Google bestätigt meinen Verdacht: Mein Mann findet ein schlaues Video in YouTube.
Das Teil läuft ca. 7 Minuten, die erforderliche Information kommt nach gut 4 Minuten.
Kann denn keiner auf den Punkt kommen ? Endlich die rettende Information:
Ich muss mich nur bei meinem Provider einloggen und ein bestimmtes Dienstprogramm
auf den neuesten Stand bringen. Dann sollte das Problem gelöst sein. Alles ganz easy!
Ist es aber nicht. Das Programm war schon auf dem aktuellen Stand. Das war’s also nicht…

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht ?

Ich gehe noch mal in die Medien-Übersicht und klicke auf den Button „Bilder bearbeiten“.
Scheinbar kann ich hier einen Bildausschnitt machen. Das würde zumindest einige meiner Probleme lösen. Die tollen Konstrukte, die mein Mann für mich gebastelt hat, müsste ich
dann halt ausdrucken, wieder einscannen, auf den Server laden und dann in der Bildbearbeitung
der Web-Software den gewünschten Bildausschnitt wählen. Dabei würde die Qualität etwas leiden.  Aber mit „unelegante Notlösungen“ war ich schon immer schnell zur Stelle.
Und außerdem: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht ?
Nur funktioniert das mit dem Ausschneiden in der Web-Software nicht.
Ich kann das Bild zwar zuschneiden, aber die Änderungen nirgends speichern.

Warum muss ich mir das Wochenende mit IT-Problemen versauen?

Langsam bin ich mit meinem Latein am Ende. Und mit den Nerven sowieso.
Ich habe mich echt auf die neuen Bilder in der Website gefreut, weil mir das am Wochenende
zuvor richtig Spaß gemacht hat. Jetzt ärgere ich mich schon wieder seit zwei Stunden mit technischen Problemen rum, für ich nichts kann und für die keiner eine Lösung parat hat.
Da halte ich mich die ganze Woche mit komplizierten Sachen in der Arbeit zurück, damit
ich nicht wieder total ins Rotieren komme, wenn beim Programmieren was abstürzt….

Und jetzt ärgere ich mich am Wochenende mit IT-Problemen rum, die ich eigentlich
gar nicht haben dürfte, weil so was beim Marktführer eigentlich nicht vorkommen sollte.
Oder zumindest sehr schnell eine Lösung im Internet verfügbar sein müsste.
Warum muss ich mir auch noch dauernd meine Wochenenden mit diesem IT-Mist versauen ?
Am liebsten würde ich den ganzen Blog aufgeben. Dann wäre endlich Ruhe !
Aber ich und aufgeben ? Wenn ich das könnte, hätte ich vielleicht nie einen Zwang entwickelt…

Kampf dem „Frustmonster“

Ich überlege, wer hier in meinem Kopfkino gerade das Ruder in der Hand hält:
Das kleine Kind, das das Gefühl hat, nie was richtig machen zu können ?
Der nörgelnde Kritiker ?
Oder am Ende gar irgendwer, den meine Therapeutin noch nicht geoutet hat ?
Vielleicht das „Frustmonster ?“
Oder treibe ich gar völlig orientierungslos in einem Meer aus wirren Gedanken herum ?

Ente mit Hammer am PCIch mache das, was meine Therapeutin mir geraten hat:
Ich lasse meinen Frust raus. (Nein, nicht so wie auf dem Bild !)
Mein Mann kann mir zwar auch nicht weiter helfen,
aber es tut gut, mal ein wenig Dampf abzulassen.mega
Besser als mit dem Hammer auf den PC einzudreschen 🙂

Ich entwickle eine neue Strategie

Dann setze ich mich wieder an den PC, atme ein paar Mal tief durch und entwickle eine
neue Strategie: Ich schaue mir den Code eines Bildes an, das ich bereits eingebunden habe,
vor diesem blöden Sicherheits-Update…
Diese Anweisungen könnte ich an die Stelle kopieren, an der ich ein neues Bild einbinden
will und dann einfach den Namen des Bildes austauschen. Das könnte funktionieren …
(Tut es übrigens tatsächlich ! Habe es später mal ausprobiert).

Vorher klicke ich noch einmal auf den Button „Dateien hinzufügen“.
Und was sehe ich da: Einen Button „Von URL einfügen“. Wieso habe ich den nicht früher gesehen ? (Hier meldet sich wieder der nörgelnde Kritiker zu Wort, ganz klar.)
Ich klicke auf den besagten Button und siehe da: Ich kann den Pfad meiner Bilder eingeben,
also den Ordner, in dem sie auf dem Server gespeichert sind. Anschließend muss ich nur noch
auf dem Server das gewünschte Bild anklicken, das ich schon vor einer Stunde manuell hoch geladen habe. Und voila: Das Bild ist zwar immer noch nicht in der Medienübersicht,
aber es ist auf meiner Seite. Und da soll es ja auch hin !

Ich probiere es gleich noch mal aus. In der Aufregung klappt es erst beim dritten oder
vierten Versuch. Aber dann ist auch das nächste Bild auf der Seite. Und dann noch eins.
Aller guten Dinge sind drei.

Eigentlich könnte ich einfach mein Erfolgserlebnis genießen…

Anders als bei meinem Mega-Problem in der Arbeit, als plötzlich eine eigene Programmierung nicht mehr gelaufen ist, kann ich mich heute sogar über mein Erfolgserlebnis freuen. Ich habe wieder einiges dazu gelernt und meine Seite schaut auch schon wieder ein wenig besser aus.
Wird der „nörgelnde Kritiker“ langsam ein wenig zurückhaltender ?
Eigentlich sollte ich jetzt einfach mein Erfolgserlebnis genießen und nichts riskieren,
was das Frustmonster wieder auf den Plan rufen könnte.

Stattdessen ärgere ich mich nach dem Mittagessen noch ein wenig den neuen Bildern rum,
genau gesagt mit dem Text nach den Bildern. Da wird immer die erste Zeile unter den Text
neben dem Bild gezogen und dadurch natürlich ziemlich weit eingezogen. Wenn ich eine
Leerzeile rein mache, wird der Abstand zum nächsten Absatz zu groß. Gefällt mir auch nicht.
Zum Glück habe ich mich ein paar Wochen vorher mit Absatzformatierungen rum geschlagen
und dabei einiges dazu gelernt, u. a. dass die vielen Lösungsansätze im Internet viel Nahrung
für das Frustmonster bieten und man auf die einfachsten Lösungen manchmal so ganz nebenbei kommt, wenn man nur lange genug rum tüftelt.
Nach meinen erfolglosen Internet-Recherchen vom Vormittag probiere ich es gleich mit einem kleinen Trick – und ganz ohne Google oder Foren. Und es funktioniert.

Der Blog kann warten – ich gehe ins Fitnessstudio

Das Frustmonster kann seinen Mittagsschlaf fortsetzen… Ich gehe jetzt erst mal zum Trainieren! Die Entwürfe, die ich zurück gestellt habe, bis ich die passenden Bilder habe, kann ich auch noch später veröffentlichen. Auf ein paar Tage kommt es da wirklich nicht mehr an…
Es werden dann zwar zwei Wochen, bis ich endlich dazu komme, aber trotzdem:
Selbstfürsorge geht vor. Außerdem soll dieser Blog ganz zwanglos sein…
Die Idee mit dem „Frustmonster“ habe ich übrigens auf dem Heimweg vom Fitnessstudio 🙂