Positiv-Listen

Am Ende der Therapiewoche in der Tagesklinik berichten alle über einen schönen Moment
und worauf sie in dieser Woche stolz sind
.

Damit machen wir uns noch einmal bewusst, dass es immer auch etwas Positives im Leben
gibt, auch wenn wir gerade eine schwere Zeit durchmachen oder mit unseren schlimmsten Problemen kämpfen.

Im Alltag fragt uns meistens keiner, ob wir in letzter Zeit etwas gut hingekriegt haben.
Meistens interessiert es auch keinen, ob wir etwas Schönes erlebt haben.
Aber könnten wir das in unseren Alltag einbringen. Nicht nur zu fragen:
„Wie geht’s ?“ oder  „Wie war dein Tag“ und uns mit einer banalen Antwort zufrieden
zu geben wie „Danke, ganz gut. Passt alles.“
Sondern den anderen ganz konkret zu fragen:
„Hast du heute oder in den letzten Tagen etwas Schönes erlebt?“
Nein? Gar nichts? Wirklich nicht? Denk mal nach! War da nicht doch etwas,
worüber du dich gefreut hast? Ein schöner Gedanke? Eine schöne Erinnerung?
Etwas, worüber du lächeln konntest?

Okay. Manchmal kann das vielleicht ein wenig nerven.
Manchmal will man einfach seine Ruhe haben und sich vom Stress erholen oder den Ärger
mit dem Chef vergessen. Mancher Zeitgenosse ist von Natur aus nicht so gefühlsduselig
veranlagt und versteht nicht, was dieser Blödsinn jetzt soll. Vielleicht haben oder hatten
auch unsere Eltern kein Verständnis für diesen Psycho-Kram. Unsere Freunde haben
auch nicht immer Zeit für uns.

Aber es gibt jemanden, der sich immer einen Moment Zeit für dich nehmen kann:
Du! Ja genau, du selbst!

Wenn dich keiner danach fragt, ob du etwas Schönes erlebt hast, frage dich doch einfach selbst! Und schreibe es auf! Es muss nicht gleich ein Riesen Tagebuch werden. Ganz im Gegenteil.
Eine kleine Liste tut’s auch. Kurz und prägnant. Nur ein paar Stichworte.
Die Positiv-Liste finden auch alle in der Klinik gut, auch Ärzte und Therapeutinnen,
obwohl ich wegen eines Dokumentierzwangs in Therapie war.

Meine Positivliste sieht so aus (natürlich vorne mit Datum)

Schöner Moment         Das habe ich heute geschafft       Selbstfürsorge

Regenbogen                 Beiträge für Blog erstellt              Schwimmen

Nette E-Mail               Arbeitszimmer aufgeräumt          Lesen, Sudoku

Lob von Kollegin         Wichtigen Anruf erledigt              Spaziergang, Café

Vielleicht bleibt mal eine Spalte leer. Das ist okay ! Daheim muss mir nicht zwangsläufig
etwas einfallen wie in der Gruppentherapie. Ich schaue mir die Liste immer wieder an,
nicht nur, wenn es mir gerade nicht so gut geht. Und wenn beim „Schönen Moment
oder bei „Das habe ich heute geschafft“ mal nichts drin steht, ist das auch nicht so schlimm. Hauptsache, die Spalte „Selbstfürsorge“ bleibt nicht leer. Da könnte durchaus auch mal drin
stehen: „Positivliste angeschaut“.

Probiert es doch auch mal aus! Und wenn es euch was bringt, dann teilt diesen Beitrag mit
euren Freunden oder schreibt selbst einen kleinen Beitrag auf meinem Blog. Das wäre dann
sicher ein schöner Moment für meine Positivliste 🙂

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