Gesundheit geht vor – auch im Job?

Die vergangene Arbeitswoche war ziemlich stressig. Die kommende wird es vermutlich auch noch. Dann kann ich mir die Arbeit hoffentlich wieder etwas besser einteilen und etwas weniger stressige Aufgaben bearbeiten, bevor ich die Schmerzgrenze erreiche.
Zur Zeit bin ich mit einer komplexe Programmierung beschäftigt. Die ist die Voraussetzung dafür, dass ich vernünftig weiter machen kann: Sprich, dass ich nicht ständig weitere komplexere Aufgaben zurückstellen muss, so wie ich das in den letzten Wochen gemacht habe. Ich habe das alte Jahr ruhig ausklingen lassen und lasse es auch im neuen Jahr erst mal etwas ruhiger angehen: Ich erledige Routine-Arbeiten halte auch brav meine Bildschirmpausen ein.
Es geht mir gesundheitlich noch ganz gut und ich kann auch relativ gut von der Arbeit abschalten.

Mit Mitte 30 die HWS eines 60-70-Jährigen…

Letzte Woche fange ich endlich mit den schwierigeren Aufgaben an.
Und schon geht es wieder mit den gesundheitlichen Problemen los:
Ich habe von Geburt an eine starke Rückgratverkrümmung und leide seit über 20 Jahren an einem chronischen HWS-Syndrom. Die ersten Probleme treten bereits mit 29 auf, also vor
25 Jahren. Mit Mitte 30 habe ich zwei Bandscheibenvorfälle in der HWS. In der Reha bin die zweitjüngste Patientin mit Rückenbeschwerden und die einzige mit Problemen in der Halswirbelsäule.

Das hat sich seitdem sicher geändert. Ich bin mit 23 zum ersten Mal am PC gesessen.
Die nachfolgenden Generationen wachsen mit PC und anderen elektronischen Medien
auf und entwickeln schon in sehr jungen Jahren den sprichwörtlichen „Handy-Nacken“.
Also war ich mit meinen Beschwerden gewissermaßen meiner Zeit voraus.

Der Orthopäde, der meine Kernspin-Aufnahmen begutachtet, lässt sich von der starken Abnutzung meiner Halswirbel zu einem trockenen Kommentar hinreißen:
„Meine Wirbelsäule würde eher zu einem 60-70-jährigen passen als zu jemandem mit
Mitte 30“, meint er. Diesen Spruch kann er mittlerweile sicher öfter ablassen.
Ich habe nach der Reha den Arzt gewechselt.

Klassische Berufskrankheit

Den Beruf kann ich nicht wechseln, obwohl mir klar ist, dass mein IT-Job meine Beschwerden  schlimmer macht. Das HWS-Syndrom ist eine klassische Berufskrankheit bei PC-Berufen. Aufregung oder Stress macht das Ganze grundsätzlich schlimmer.

Bis Dienstag wird das Ziehen im oberen Rücken zu Hause schnell besser und spricht gut auf Wärme an. Ab Mittwoch tun meine Bandscheibenvorfälle wieder richtig weh. Am Donnerstag helfen auch keine Kirschkernkissen mehr.

Also lege ich am Freitag gleich am Morgen ein ThermaCare-Wärmepflaster auf.
Das scheint tatsächlich zu helfen – bis das erste Programmier-Problem auftritt.
Schon sind die Schmerzen wieder da: Mit voller Wucht.
Als ich das Problem gelöst habe, entspannt sich meine Nackenmuskulatur wieder
und die Schmerzen gehen weg. Bis zum nächsten Problem.
Aber es hilft nichts: Da muss ich jetzt durch. Also Zähne zusammen beißen und weiter arbeiten. Gegen 11 Uhr habe ich den Fehler gefunden. Na bitte, geht doch! Ich atme erleichtert auf.

Die Programmierung ist zwar noch nicht ganz fertig, aber der Rest kann warten bis nächste Woche. In einer halben Stunde kann ich ins Wochenende starten und meiner angeschlagenen HWS eine dringend nötige PC-Pause gönnen. Eigentlich habe ich mir fürs Wochenende einiges vorgenommen, auch am PC. Aber das kann auch warten. Gesundheit geht vor. Ganz klar.

Ich kann wieder nicht von der Arbeit abschalten

Auf dem Heimweg fällt mir eine potentielle Lösung für den Teil ein, den ich nicht mehr geschafft habe. Ich verfolge den Gedanken weiter, während ich in die Pedale trete und schreibe es zu Hause gleich  auf.

Jetzt könnte ich eigentlich ins wohl verdiente und vor allem dringend benötigte Wochenende starten. Aber die Gedanken an die Arbeit lassen mich  nicht los.

Früher war das ein Dauerproblem bei mir: Dass ich einfach nicht abschalten konnte. Auch nicht am Wochenende. Ich habe sogar schon an Weihnachten fachliche Probleme für die Arbeit gelöst. Oft habe ich Dateien nach Hause gemailt und daheim daran weiter gearbeitet, bis ich eine Lösung gefunden habe.

Steuere ich schon wieder auf eine Überlastungsreaktion zu?

Heute mache ich das nicht. Ich kann mich beherrschen. Meine schmerzende Halswirbelsäule macht es mir leichter. Außerdem bin ich stehend k.o. und habe das Gefühl, dass ich schon wieder auf eine Überlastungsreaktion zusteuere. Wie schon so oft. Das geht jetzt gar nicht. Ich war fast neun Monate wegen meiner Zwangsstörung krank geschrieben und bin erst seit einem halben Jahr an der neuen Stelle, die extra für mich eingerichtet wurde. Genau gesagt wurde meine alte Stelle in eine andere Abteilung verlegt, für die ich in früheren Jahren schon viel gearbeitet habe. Warum ich so lange krank war, weiß da angeblich keiner. Dass ich schon öfter Rückenprobleme hatte, ist schon bekannt. Da befinde ich mich in bester Gesellschaft. Aber ich will nicht schon wieder krank geschrieben werden…

Eine kleine Auszeit im Café tut gut

Am Nachmittag gehen wir in ein Café, zum ersten Mal in diesem Jahr. Ich muss einfach raus, unter Leute, mich ablenken. Ich rede immer noch sehr viel über mein Programmierproblem.
Aber durch den Ortswechsel gewinne ich ein wenig Abstand. Die Erschöpfung fällt von mir ab. Die ansprechende Umgebung, die fröhlich plaudernden Menschen um mich herum, dazu ein großer Cappuccino und ein Stück Himbeerkuchen…

Endlich Wochenende ! Es geht doch nichts über ein wenig Selbstfürsorge!

Neue Lösungsansätze in der Nacht und beim Zähneputzen

Am Samstag wache ich mitten in der Nacht mit einer weiteren Idee für mein Programmier-Problem auf. Mir fällt öfter etwas buchstäblich im Schlaf ein. Ich kann wieder einschlafen.
Das ist keineswegs selbstverständlich bei mir. Ich habe schon Nächte lang über fachliche Probleme gegrübelt oder bin mitten in der Nacht aufgestanden und habe ganze Konzepte ausgearbeitet. Heute komme ich wieder zur Ruhe.

Beim Zähneputzen fällt mir wieder etwas ein. Ich hole Papier und Bleistift und schreibe alles ganz genau auf. In der Mathematik und auch in der Programmierung spricht man von Algorithmus. Wirklich strukturiert sind meine Notizen nicht. Ich muss nachträglich etwas einfügen und die Nummerierung anpassen.

Am liebsten würde ich die neuen Lösungsansätze sofort ausprobieren

Am liebsten würde ich meine Erkenntnisse sofort sauber am PC tippen und ins Büro mailen.
Am allerliebsten würde ich das ganze eigentlich sofort ausprobieren. Aber dann würde ich
wieder den halben Samstag am PC sitzen und meine HWS-Beschwerden wären wieder da.
Jetzt wo sie endlich weg sind, weil Wochenende ist.

Also mache ich das einzig Sinnvolle: Ich lege meine Notizen auf meine Bürotasche, zu den Notizen vom Vortag. Dann erledige ich ein wenig Hausarbeit, die ich eigentlich am Nachmittag machen wollte, bis ich mit meinem meinem Mann auf den Markt zum Einkaufen gehen kann. Anschließend backe ich einen kleinen Apfelkuchen her. Das hatte ich eigentlich nicht vor, aber meine Mann meint, dass die Äpfel langsam etwas schrumpelig werden. Ich habe den Wink verstanden…

Nerven-Nahrung

Mein neuer Chef hat mir zum Nikolaus zwei Pralinen geschenkt. Das ist Tradition, meint er,
und „Nerven-Nahrung“. Die kann ich brauchen.

Natürlich löst Schokolade keine Programmierprobleme. Und auch keine anderen Probleme.
Aber so eine kleine „Belohnung“ oder eine kleine Stärkung hat auch etwas mit Selbstfürsorge zu tun. Und die ist ganz wichtig – besonders dann, wenn es mal wieder besonders stressig ist und alles andere wichtiger zu sein scheint als das eigene Wohlbefinden.

Deshalb verbringe ich am Wochenende relativ wenig Zeit am PC und höre sofort auf,
sobald ich das erste Signal von meinem Körper bekomme. In der Arbeit geht das nicht so leicht. Trotzdem sollte – oder müsste – ich mich auch im Beruf ein wenig zurücknehmen, wenn mein Körper wieder deutliche Schmerzsignale sendet.

Gesundheit ist das Wichtigste im Leben. Gesundheit ist nicht alles, aber ohne sie ist alles nichts.

Bloggen als Therapie?

Ein besorgter Leidensgenosse hat mich auf Facebook gefragt, ob mich das
Bloggen nicht triggert, weil das doch auch eine Form von Dokumentation ist.
Schließlich habe ich über 10 Jahre an einem Dokumentierzwang gelitten.
Ich ich habe zwanghaft alles aufgeschrieben, was so um mich herum
oder in mir drin vorgegangen ist.

Nun, ich kann euch alle beruhigen: Mein Blog ist absolut zwangsfrei!

Ich schreibe zwar immer noch sehr gerne, aber mittlerweile nur noch,
wenn ich Lust darauf habe und/oder etwas mitteilen möchte –
so wie jetzt gerade.

Okay, am Anfang habe ich mir schon noch einiges von der Seele geschrieben.
Da hatte das Bloggen vielleicht wirklich noch ein wenig was von Therapie,
vielleicht auch als Ersatz für die Gespräche und den Erfahrungsaustausch
mit meinen MitpatientInnen in der Gruppentherapie, die mir unheimlich
geholfen haben. Und auch gefehlt, als ich plötzlich wieder alleine zu Hause
gesessen bin und nur einmal pro Woche mit meinem Mann und meiner
ambulaten Verhaltenstherapeutin über meine Probleme reden konnte,
weil meine Freunde alle nichts von meiner Zwangsstörung wissen.
Heimliche Krankheit und so. Ihr kennt das sicher auch…

Facebook als Therapie ?

Deshalb sind so viele wie ich auf Facebook und auch in der
Gruppe für Angststörung,Depressionen,Zwangsstörung u. Co.
Die kann ich übrigens wärmstens weiter empfehlen.

Auch wenn das Schreiben keine Therapie ersetzen kann und Facebook
keine echten Freunde in der realen Welt: Es tut trotzdem gut, wenn man
sich einfach mal etwas von der Seele schreiben kann und sieht, dass man
mit seinen Problemen nicht allein da steht, sondern dass es da draußen
ganz viele andere liebe Menschen gibt, die dich verstehen und ein paar
ermunternde oder tröstende Worte für dich finden.

Deshalb werde ich auch weiter bloggen und auf Facebook posten,
wenn ich  das Gefühl habe, dass ich vielleicht jemandem ein wenig
helfen oder zumindest für einen Moment ein wenig aus seinem
Seelentief herausholen kann.

Und das hoffentlich auch weiterhin ganz zwanglos 🙂

Ein freier Tag … Was nun ?

Eigentlich wollte ich heute von 10-16 Uhr einen Kurs an der VHS besuchen. Damit wäre der Tag ziemlich verplant gewesen. Vor einigen Tagen kam der Anruf von der VHS: Sie bedauern es sehr. Aber das Seminar findet nicht statt, weil sich zu wenig Personen angemeldet haben. Vielleicht war ich sogar die einzige.

Natürlich bin ich enttäuscht. Ich habe ich mich auf den Kurs gefreut und auch darauf, einen Tag mit neuen Leuten zu verbringen. Meine Therapeutin meint, dass es sehr wichtig für mich ist, unter Leute zu gehen. In der Arbeit bin ich zur Zeit Einzelkämpferin und habe relativ wenig Kontakt zu meinen Kolleginnen und Kollegen. Meine Freunde haben zur Zeit alle ihre eigenen Probleme und ich ehrlich gesagt auch. Da wäre so ein Seminar eine nette Abwechslung gewesen und ich wäre vielleicht auf andere Gedanken gekommen. Das meinte auch meine Therapeutin, als sie mich am Montag in die Woche verabschiedet hat.

Ich habe nichts vor und bin trotzdem aufgeregt

Ich wäre sicher etwas aufgeregt vor dem Kurs. Das ist ganz normal. EU-Stress, also positiver Stress in freudiger Erwartung, was da auf mich zukommt. Nun habe ich einen freien Tag
vor mir und nichts Besonderes vor und bin trotzdem aufgeregt. Oder vielleicht gerade,
weil ich nichts vor habe ?

Eigentlich habe ich daheim immer genug zu tun und ich will auch bis Jahresende noch einiges fertig bringen. Das meiste davon habe ich noch gar nicht angefangen. Deshalb habe ich auch sofort die positive Seite gesehen: Ich habe das ganze Wochenende für mich und kann meinen eigenen Kram machen. Vielleicht findet das Seminar im nächsten Semester statt. Es soll auf jeden Fall wieder angeboten werden. Und so wichtig war es auch wieder nicht. Nur interessant. Und halt mal was anderes als daheim sitzen am PC oder auf der Couch oder Hausarbeiten und
all die Dinge zu erledigen, zu denen mir während der Woche oft die Zeit und vor allem die Energie fehlt.

Warum brauche ich immer eine Beschäftigung ?

Also warum habe ich dann ein Problem damit, dass ich heute frei habe ?
Warum brauche ich immer eine Beschäftigung ? Gestern Abend sitze ich auf der Couch.
Ich bin müde und habe leichte Kopfschmerzen. Eigentlich könnte ich noch ein wenig
Musik hören bis zur Tagesschau um 20 Uhr. Stattdessen löse ich noch schnell ein Sudoku
in der TV-Zeitschrift, die ich am nächsten Tag entsorgen möchte. Seltsamerweise schaffe
ich das sogar ganz leicht, obwohl ich denke, dass ich eigentlich zu müde bin, um mich
richtig zu konzentrieren. Aber die Zahlen tragen sich fast wie von selbst in die Kästchen
ein. Und es sind auch tatsächlich die richtigen.

Wäre ich wirklich glücklich, wenn ich nicht mehr arbeiten müsste ?

Wieso schaffe ich das nicht mal bei einem Lotto-Schein … ?
Dann könnte ich meinen Job kündigen, der mir so viel Energie raubt und nur noch
an meinen eigenen Projekten arbeiten. Aber wäre ich dann wirklich glücklich und
zufrieden ? Wenn ich die ganze Zeit daheim wäre ? Wenn ich schon ein Problem
damit habe, einen freien Tag am Wochenende zu genießen ?

Ich atme tief durch und beschließe, erst mal einen Kuchen zu backen.
Es ist zwar noch ein halber da, aber den teilen wir uns heute Nachmittag mit meiner Schwiegermutter. Der Besuch war eigentlich nicht geplant. Aber sie freut sich unheimlich,
dass wir vorbei kommen. Und ich kann meinen unerwarteten freien Tag sinnvoll nutzen.
Auch wenn der Nachmittag vermutlich wieder anstrengend wird und ich am Rest des Wochenendes wieder einiges verarbeiten muss… Aber wenigstens habe ich wieder eine
sinnvolle Aufgabe an diesem „geschenkten“ Tag.

Vielleicht klappt es ja nächstes Wochenende mit dem Relaxen …

Therapeutischer Brief

Der therapeutische Brief dient in erster Linie dazu, dir alles von der Seele zu schreiben,
was du einer bestimmten Person nicht (oder nicht mehr) sagen kannst, z. B. deiner
Mutter, deinem Vater, einem früheren Lebenspartner oder wer immer dir sonst noch
das Leben schwer macht oder gemacht hat. Therapeutische Briefe können auch an
Verstorbene adressiert sein.

Vielleicht werden dir beim Schreiben Dinge bewusst, die dir vorher nicht klar waren
oder die du vergessen oder verdrängt hast. Du schreibst den therapeutischen Brief
nicht für die Person, an die er sich richtet, sondern für dich.

Was du mit diesem Brief machst, ist deine Entscheidung:
Natürlich kannst du den Brief an die Person schicken, an die er adressiert ist.
Das kommt aber eher selten vor.

Wie gesagt: Der therapeutische Brief ist für dich. Du kannst den Brief behalten
und später wieder durchlesen oder auch zerreißen, wegwerfen oder verbrennen.

Meinen MitpatientInnen in der Gruppentherapie haben ihre Briefe geholfen.
Wenn ich mich dazu aufraffen kann, selbst einen therapeutischen Brief
zu schreiben, berichte ich darüber auf meinem Blog.

Vielleicht hast du schon Erfahrung mit therapeutischen Briefen?
Es wäre schön, wenn du sie uns mitteilen würdest!

Anleitung zum Glücklichsein

Vor kurzem läuft in 3SAT ein Film mit dem Titel „Anleitung zum Unglücklichsein“ –
frei nach dem gleichnamigen Bestseller des berühmten Kommunikationswissenschaftlers, Psychotherapeuten, Soziologen, Philosophen und Autors Paul Watzlawick, der sogar eine
kleine Rolle in der Tragikomödie über den alltäglichen Wahnsinn einer stets pessimistischen jungen Frau übernimmt.

Zwei Zitate schreibe ich mir trotz der späten Stunde sofort auf:

pfeil-nach-links Vielleicht kann man das Leben nur verstehen, wenn man es rückwärts betrachtet.
Leben muss man es vorwärts.   pfeil-nach-rechts

Wenn ich mich jetzt freue, passiert sicher wieder etwas Schlimmes…
Also freue ich mich lieber nicht zu sehr. Dann kann ich nicht so stark
enttäuscht werden.

Freue dich lieber erst einnmal. Wenn es tatsächlich schlimmer
wird, hast du dich wenigstens gefreut.

Fazit: Schau nach vorne und freue dich lieber jetzt als nie ! 🙂

Achtsamkeit – eine kleine Auszeit

Ich betrachte den großen Baum vor meinem Bürofenster. Er verliert schon Blätter.
Das Laub wird immer bunter, viele Blätter sind schon gelb, einige rot. Ein Vogel
fliegt in den Baum. Der Himmel ist mit dichten grauen Wolken überzogen, aber
es regnet nicht. Ich betrachte wieder den herbstlich gefärbten Baum. Den Vogel
kann ich nicht mehr entdecken.

Ich spüre die Wärme der Teetasse in meiner Hand. Ich hebe die Tasse an den Mund
und rieche das würzige Aroma des Yogi-Tees. Ich kann Zimt riechen, die anderen
Gewürze kann ich nicht erkennen. Ich nehme einen Schluck und schmecke den
würzigen Tee. Er rinnt meine Kehle hinunter. Sein Geruch liegt in der Luft.

Ein gelbes Blatt fällt von dem Baum auf den Boden.

In dem Gebäude gegenüber gehen ab und zu Menschen aus und ein.
Auf der Baustelle wird nicht gearbeitet. Es ist ruhig.
Der Himmel ist immer noch grau und bewölkt.

Ich trinke einen weiteren Schluck Tee, rieche und schmecke das würzige Aroma,
spüre nach, wie das warme Getränk meine Kehle hinunter läuft. Ich betrachte
wieder den Baum vor dem Fenster mit seinen bunten Blättern und den bewölkten
Himmel darüber.

Ich stehe mit beiden Füßen fest auf der Erde. Ich spüre die Kanten des Stehpults
in meinem Rücken, als ich mich dagegeben lehne. Ich nehme einen weiteren Schluck
Tee, trinke und genieße ihn ganz bewusst, nehme seinen würzigen Geruch und seinen
Geschmack wahr und wie das warme Getränk meine Kehle hinunter rinnt.

Die Tasse ist noch halb voll. Ich fühle mich ruhig und möchte weiter arbeiten.

Tägliche kleine Auszeit von der Arbeit mit viel Achtsamkeit

Ich setze mich an meinen PC, mache mir bewusst, was ich in den beiden letzten Stunden geschafft habe und erkenne, dass ich den Stress relativ gelassen genommen habe und die unerklärlichen Programmier-Probleme als Herausforderung gesehen habe, weil ich wusste,
dass ich den Fehler finden würde, wenn ich systematisch und in aller Ruhe danach suchen würde.

Anschließend gönne ich mir eine Teepause – meine tägliche kleine Auszeit von der Arbeit
mit viel Achtsamkeit, so wie ich das in der Gruppentherapie für Zwangsstörungen gelernt
habe. In der Gruppe wird aus der Achtsamkeit öfter „Lachsamkeit.“ Eigentlich nicht wirklich zielführend, aber eine schöne Erinnerung an die Zeit in der psychosomatischen Tagesklinik.

Einen kurzen Moment lasse ich die Gedanken noch schweifen, denke an die Menschen,
die ich in der Gruppentherapie kennen gelernt habe und überlege, wie es ihnen geht
und ob auch sie noch regelmäßig ihre Achtsamkeits-Übungen machen und an die „Lachsamkeit“ denken.

Achtsamkeit statt Zwangshandlung und Gedankenkarrussell

Mit einem Lächeln greife ich zur Maus und konzentriere mich wieder auf meine Arbeit.

Auch Konzentration ist eine Form von Achtsamkeit. Wenn wir uns voll und ganz auf eine Aufgabe konzentrieren, sind wir ganz bei uns. Wenn wir nichts tun, kreisen die Gedanken
in unserem Kopf unaufhaltsam. Wir haben zwei Möglickkeiten, das Gedankenkarrussell
für einen Moment abzustellen: Mit einer Zwangshandlung oder mit ein paar Minuten Achtsamkeit.

Achtsamkeit geht immer und überall. Auch am Arbeitsplatz. Wenn du nicht allein im
Büro bist, kannst du an einen Ort gehen, an dem du ungestört bist. Wenn du deinen
Blick nicht auf etwas Schönes in deiner Umgebung richten kannst, kannst du deine
Augen schließen und auf deine Atmung achten und deinen Körper wahrnehmen.

Wie ein Stück Schokolade durch Achtsamkeit zum Hochgenuss wird

Oder du kannst ganz bewusst einen Apfel oder ein Stück Schokolade essen.
In der Gruppentherapie hat unsere Therapeutin uns die Achtsamkeitsübung nach
dem Mittagessen mit einem Schoko-Bon versüßt, den wir erst aufmerksam betrachten,
dann ganz langsam auswickeln, nochmals betrachten, in den Mund stecken und dann
auf der Zunge zergehen lassen. Die meisten merken bei dieser Übung zum ersten Mal,
dass in der süßen Leckerei kleine Nusssplitter stecken, die noch für ein zusätzlichen
Genusserlebnis sorgen.

Und so wird so etwas Alltägliches wie der Verzehr einer kleinen Schokokugel zu einem
ganz besonderen Erlebnis und einem schönen Moment, den wir jederzeit wiederholen
können: Mit ein wenig Achtsamkeit in unserem Alltag.

Raus aus dem Zwang – und dann ?

 

Schilder-Zwang-Lebensfreude-Selbtbestimmung_Zeit.jpg

„Was machen Sie denn nun mit der vielen Zeit, die Ihnen bleibt?“

Diese Frage stellt unsere Therapeutin einer Mitpatientin in der Gruppentherapie.
„Lauter schöne Sachen“, strahlt die junge Mutter, die ihren Hygiene- und Ordnungszwang überwunden hat. „Und meine kleine Tochter freut sich, dass ich jetzt mehr Zeit für sie habe
und dass sie nicht mehr so oft duschen muss“.

Die Frage ist berechtigt: Wir verbringen viel Zeit mit unseren Zwangshandlungen:
Mit Stunden langem Aufräumen, Putzen, Kontrollieren, Listen erstellen usw.
Ich habe Jahre lang alles ausführlich dokumentiert und mir immer überlegt,
wie viel ich doch schaffen könnte, wenn ich nicht ständig so viel schreiben müsste.

Jetzt schreibe ich nur noch, wenn ich Lust dazu habe. Im Beruf habe ich viel mehr Zeit für
meine eigentlichen Aufgaben, komme viel beser mit meinem Projekt voran und habe nicht
ständig ein schlechtes Gewissen, weil ich so viel Zeit mit privaten Notizen verschwende.

Ich habe plötzlich viel mehr Zeit

Privat habe ich natürlich auch viel mehr Zeit. Ich habe keine Kinder und mein Mann
kann sich sehr gut selbst beschäftigten. Also habe ich wirklich viel Zeit. Zeit für mich.
Zeit, die ich nicht mehr mit Schreiben verbringe – außer wenn ich mal einen Beitrag
für meinen Blog erstelle. Das dauert höchstens 1-2 Stunden – incl. Korrekturlesen.

Auch meine ambulante Therapeutin fragt immer wieder, was ich mit meiner neu gewonnenen Freizeit mache. Sie macht sich Sorgen, dass ich wieder in meine Zwangsstörung zurückfallen könnte, wenn ich keine anderen Beschäftigungen finde, mit denen ich meinen Tag füllen kann.

250 Vorschläge für eine sinnvolle Freizeitgestaltung

In der Gruppentherapie bekommen wir eine mehrseitige Liste mit über 250 Vorschlägen für eine sinnvolle Freizeitgestaltung. „Tagebuch schreiben“ ist vielleicht nicht unbedingt der optimale Vorschlag für jemanden mit Dokumentierzwang. Aber bei über 250 Vorschlägen ist wirklich für jeden etwas dabei.

Schilder-Zwang-Lebensfreude-Selbtbestimmung_Zeit.jpg

Vielleicht sollte ich mal wieder ein wenig aufräumen, denn ich kann die Liste momentan nicht finden. Aber mir ist in den letzten Monaten auch ohne therapeutische Unterstützung nicht langweilig geworden und das, obwohl es mir nicht leicht fällt, nichts zu tun. Ich bestimme nun wieder selbst, was ich mit der Zeit anfange,
die ich früher mit meinen Zwangshandlungen verbracht habe.
Und ich habe wieder viel mehr Freude am Leben.

 

Lieber scheitern als aufgeben

„Wenn du bemerkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab !“

Als ich dieses indianische Sprichwort zum ersten Mal lese, reite ich schon seit Jahren ein totes Pferd und ich reite es noch ein paar Jahre weiter, bis ich endlich absteige bzw. aussteige aus einem Projekt, das mich viel Zeit, Energie und auch Geld kostet.

Warum fällt Aufgeben so schwer ?

Menschen, die es gut mir mir meinen, raten mir schon lange, dass ich mein Projekt aufgeben soll, das mich doch „nur runter zieht“. Aber ich bleibe im Sattel und versuche weiterhin ebenso verzweifelt wie vergeblich, ein Hobby zum Beruf zu machen, um aus meinem ungeliebten Job raus zu kommen.

Anstatt abzusteigen (bzw. auszusteigen), versuche mit allen Mitteln, mein totes Pferd wiederzubeleben. Ich kann ewig nicht glauben, dass mein Pferd tatsächlich tot ist.
Ich schaue auch, wie andere mit toten Pferden umgehen: Die meisten bleiben im Sattel
und laufen sich selbst tot.

Irgendwann muss ich erkennen, dass ich auf das falsche Pferd gesetzt habe und verabschiede mich endlich von der Vorstellung, mich beruflich selbständig zu machen. Nach fünf Jahren steige ich von einem Pferd ab, das schon seit vier Jahren tot ist.

Was habe ich von dem toten Pferd gelernt ?

Ehrlich gesagt: Scheinbar gar nichts. Ich setze immer noch auf die falschen Pferde und bleibe tapfer im Sattel, wenn ich sie schon längst tot geritten habe. Damit bin ich nicht die einzige.
Das nennt man „Durchhaltevermögen“. Zweifelsohne eine meiner positiven Eigenschaften,
die auch mein Arbeitgeber sehr zu schätzen weiß.

Ich persönlich würde mir wünschen, dass ich leichter aufgeben könnte. Das würde in meinem Leben vieles leichter machen. Aber Aufgeben ist halt einfach nicht mein Ding. Also werde ich mich auch in Zukunft noch öfter in diversen Projekten vergallopieren und viel Zeit und Energie in tote Pferde investieren.

Scheitern ist besser, als es nicht versucht zu haben

Aber ich sehe es positiv. Ich habe nie bereut, dass ich Anfang der 2000er Jahre versucht habe, mein Leben von Grund auf zu ändern. Aber ich würde es sicher bereuen, wenn ich diesen Schritt nicht gewagt hätte. Auch wenn es nicht geklappt hat: Ich habe es zumindest versucht und dabei viele wertvolle Erfahrungen gemacht, die ich nicht mehr missen möchte.

Scheitern ist besser, als es nicht versucht zu haben.

Erfolg durch Psychotherapie

Seit meiner Gruppentherapie für Zwangsstörungen in einer psychosomatischen Tagesklinik
sehe ich vieles anders. Auch bei meinen Mitmenschen. Mir ist erst in der Gruppentherapie bewusst geworden, dass meine Mutter eine zwanghafte Persönlichkeit ist und deshalb Zwangsstörungen bei uns in der Familie liegen.

Andere besser verstehen

Diese Erkenntnis hilft mir, meine eigenen Zwangsstörungen besser zu verstehen und zu akzeptieren. Aber vor allem kann ich jetzt auch meine Mutter besser verstehen und ihr vieles verzeihen, was sie in meiner Kindheit und Jugend falsch gemacht hat. Die Erziehungsfehler unserer Eltern können nicht rückgängig gemacht werden. Was war, das war. Wir können die
Uhr nicht zurückdrehen und noch einmal von vorne beginnen und alles anders machen.
In meinem Fall bräuchte ich andere Eltern – oder zumindest eine andere Mutter.
Das geht natürlich nicht, weil wir unsere Eltern halt nicht aussuchen können.
Genau so wenig wie unsere Chefs, Kollegen, Nachbarn und viele und vieles andere,
was uns belastet und Probleme bereitet.

Wir können unsere Mitmenschen nicht ändern. Jeder Mensch hat Fehler und das ist gut so.
Oder möchtest du mit einem perfekten Menschen zusammen leben? Ich ehrlich gesagt nicht.
Es reicht schon, wenn nicht perfekte Menschen ständig erwarten, dass ich alles perfekt machen soll, z. B. meine Mutter, der keiner etwas gut genug machen kann. Genau wie den Müttern
oder Vätern vieler meiner Mitpatientinnen und Mitpatienten in der Gruppentherapie für Zwangsstörungen.

Gelassener mit den Schwächen und Fehlern der anderen umgehen

Natürlich lernen wir auch in der Therapie nicht, wie wir das Verhalten dieser Menschen ändern, die einen so großen Einfluss auf unser Leben und unsere Persönlichkeit hatten und immer noch haben. Weil wir andere Menschen eben nicht ändern können.

Aber wir können die Art und Weise ändern, wie wir mit den Fehlern und Schwächen der anderen umgehen, vor allem mit den Verhaltensweisen, die uns am meisten auf die Nerven gehen.
Es gibt unzählige Bücher, die uns hier hier kluge Ratschläge erteilen. Ein paar dieser Ratgeber machen wirklich Spaß und bringen auch etwas. Zumindest haben sie mir etwas gebracht. Deshalb stelle ich sie auch auf meinem Blog vor.

Warum Therapie so wichtig ist

Aber auch der beste Ratgeber ersetzt im Ernstfall keine Therapie. Bei einer schweren Krankheit reicht es auch nicht, wenn wir im Internet nach Heilmitteln googlen. Wir müssen die Medikamente auch einnehmen auch einen Arzt aufsuchen.

Bei einer schweren Grippe, Lungenentzündung, Magengeschwüren oder chronischen Rückenschmerzen gehen die meisten zum Arzt. Früher oder später, einige vielleicht zu spät…
Aber sicher schaut dich keiner schief an oder hält dich für einen Schwächling, wenn du bei
39 ° C Fieber oder mit unerträglichen Schmerzen professionelle Hilfe suchst. Wenn doch,
dann sollte der andere vielleicht selbst professionelle Hilfe suchen. Und zwar die Art von
Hilfe, die immer noch ein wenig verpönt ist.

Bei psychischen Erkrankungen ist es keineswegs „normal“, dass man zum Psychiater geht.
In den USA gehört die Psychoanalyse zum guten Ton. Im Rest der Welt gibt keiner gerne zu,
dass er mit seinen psychischen Problemen nicht alleine fertig wird und eine Therapie braucht.
Obwohl so mancher Bandscheibenvorfall und manches Magengeschwür durch psychische probleme ausgelöst werden. Natürlich wissen wir das längst alle. Der Stress und so.
Das gehört einfach zum Alltag in unserer leistungsorientierten Gesellschaft.

Wer nichts leistet, ist nichts wert. Deshalb können wir uns natürlich keine Schwächen leisten.
Und schon gar keine psychischen Probleme. Trotzdem steigt die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen extrem an. Und da sind die vielen körperlichen Erkrankungen, die eigentlich psychosomatisch sind, noch gar nicht mitgerechnet. Übrigens sind psychisch Erkrankte auch überdurchschnittlich lang krankgeschrieben. Ich war wegen meines Dokumentationszwangs neun Monate im Krankenstand, davon neun Wochen in einer Gruppentherapie für Zwangsstörungen.

Ohne Therapie hätte ich das nicht geschafft…

Mittlerweile arbeite ich wieder regulär und gehe weiterhin regelmäßig zu einer ambulaten Verhaltenstherapie. Meine Zwangsstörungen sind meistens kein Thema mehr, weil ich meinen Dokumentierzwang in der Gruppentherapie überwunden habe und meine anderen Zwänge so weit im Griff habe, dass sie mich nicht mehr stören.

Ohne Therapie hätte ich das nie geschafft. Trotz all der tollen Ratgeber. Da bin ich mir sicher.
Zur Zeit lese ich wieder Andrew Matthews „Tu, was dir am Herzen liegt“.  Matthews gibt in seinen Welt-Bestsellern auch ganz viele Tipps, wie wir etwas gelassener mit unseren Problemen und auch den Fehlern anderer Menschen umgehen sollen. Und seine Ratgeber machen echt Spaß.

Aber wie sagte meine Mathematik-Lehrer immer: „Wenn ich weiß, wie man einen Handstand macht, heißt es noch lange nicht, dass ich auch einen zustande bringe“.

Das kann ich bestätigen. Ich kann auch keinen Handstand machen. Das muss ich auch nicht.
Aber ich muss mit meinen Problemen umgehen können, meinen Vorgesetzten und Kollegen, meiner Mutter, die mich regelmäßig anruft und im Oktober ihren 90. Geburtstag hat und manchmal auch mit den kleinen Marotten meines geliebten Ehemanns, der beim Autofahren und beim Einkaufen überhaupt keine Geduld hat und uns bei unserem letzten Großeinkauf fast unseren vorletzten Urlaubstag versaut hätte. Aber nur fast. Weil ich in der Therapie gelernt habe, wie ich mich von solchen Kleinigkeiten nicht klein kriegen lasse. Und weil ich jetzt auch vieles besser verstehen kann. Auch bei Mitmenschen, die ich mir nicht freiwillig ausgesucht habe.

Ich bin wirklich froh und dankbar, dass ich einen Platz in der Gruppentherapie für Zwangsstörungen bekommen und auch eine gute ambulante Therapeutin gefunden habe.
Ich werde am Montag wieder gerne in die ambulante Therapie gehen – auch wenn dann
das Wochenende (und auch mein Urlaub) zu Ende ist.

Aber seit meiner Gruppentherapie für Zwangsstörungen gehe ich auch wieder viel lieber
in die Arbeit – und ich gehe auch gelassener mit meinen Problemen um  🙂

Keine Sorge – Selbstfürsorge

Selbstfürsorge wird in der Therapie groß geschrieben.

Das ist das absolute Kontrastprogramm zu dem, was unsere Eltern Jahre lang gepredigt haben:
„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ – „Ohne Fleiß kein Preis“
„Müßiggang ist aller Laster Anfang“
„Ich hatte es nicht so schön, als ich in deinem Alter war. Ich musste den ganzen Tag arbeiten“.
„Für so was habe ich keine Zeit. Ich habe noch nie ein Fitnessstudio gebraucht oder oder
musste zum Schwimmen oder Joggen. Ich habe daheim genug Arbeit…“

Habt ihr das auch so oft gehört, dass ihr es nicht mehr hören könnt ?
Dann geht es euch so wie mir und meinen Mitpatienten und Mitpatientinnen aus der Klinik
(und zigtausend anderen…)

Vielleicht denkt ihr mal kurz über folgende Fragen nach
(muss nicht gleich sein, ist nur eine Anregung…)

a) Wie ging es euch dabei als Kind ?
b) Wie habt ihr als Jugendliche darüber gedacht ?
c) Wie denkt ihr jetzt darüber ?
d) Was würde ein Therapeut dazu sagen ?

Therpeuten sind sich einig: Das Zauberwort heißt „Selbstfürsorge.“

In der Therapie sollen wir uns nach besonders anstrengenden Aktivitäten mindestens
eine Viertelstunde Zeit für uns selbst nehmen. In dieser Zeit sollen wir etwas machen,
was uns gut tut: Musik hören, spazieren gehen, lesen, einen Tee trinken…
Auch Videospiele auf dem Handy sind erlaubt.
Hauptsache, es geht uns gut dabei und wir können wieder Kraft tanken für die nächsten anstrengenden Herausforderungen.

Selbstfürsorge ist auch im Alltag wichtig. Auch am Arbeitsplatz.
Das hat mir vor kurzem auch meine Therapeutin klar gemacht, als sie mir dringend geraten
hat, regelmäßig Pausen einzulegen. Ihr guter Rat hat sich bewährt und mich zu einem weiteren
Beitrag inspiriert.

Ich werde auch weiterhin viel Wert auf Selbstfürsorge legen. Deshalb schließe ich meine
Arbeitam PC für heute ab und genieße mein freies Wochenende bei strahlendem Sonnenschein,
mit einem guten Buch und einer Tasse Kaffee und einem Stück selbst gebackenem Kirschkuchen.

Morgen ist auch noch ein Tag zum Bloggen…

Schließlich will ich nicht irgendwann einen Blog über Burnout machen…